Kolumn

Nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmittel (SUR)

Schön langsam wird es ernst mit SUR, der Verordnung für nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmittel. Eine Abstimmung und ein Berichtsverfahren nach dem anderen werden gerade durchlaufen, um zu einem Ende des Verfahrens zu kommen.

Waren sich am Anfang die europäischen Bauernverbände noch ziemlich sicher, dass sie diese Entwicklung auf dem Weg zu einer verbindlichen Gesetzgebung auf halben Weg verwässern, aufweichen oder gar verhindern können, so müssen sie mit jeder Mehrheitsentscheidung in den Gremien zur Kenntnis nehmen, dass ihnen die Felle davon schwimmen.

Sie haben die Sache zu lange auf die leichte Schulter genommen und sich auf ihre europaweiten Netzwerke verlassen. Als die stärkste Fraktion im EU-Parlament mit ihren Stimmen diese Verordnung über die nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Form verhindern wollte, gab es in den eigenen Reihen Widerstand.

Renommierte Parlamentarier haben klar zum Ausdruck gebracht: da spielen wir nicht mit! Wir gehören nicht zur Stahlhelmfraktion.

Sie sind trotz Fraktionszugehörigkeit für eine klare Einschränkung von chemisch-synthetischem Pflanzenschutz in der Lebensmittelproduktion, falls diese Produkte ein Risiko in sich bergen könnten (Vorsorgeprinzip). Sie tragen teilweise als Konsumentenvertreter die Ziele von 50% Einschränkung bei diesen Pflanzenschutzmitteln mit.

Die Alternative sind Low-Risk-Pflanzenschutzmittel und Bio-Pflanzenschutzmittel. Die starken „Keulen“ werden in Schritten zurück gefahren. Die Argumente dieser EU-Politiker sind der Wille, die Lebensmittelproduktion in natur-verträglichere Bahnen zu lenken.

Am Ende dieses Prozesses werden die an die Wand gemalten Horror-Szenarien nicht eingetroffen sein. Wir werden in Europa deswegen trotzdem genug Obst und Gemüse zu essen haben. Niemand wird deshalb verhungern. Die Bevölkerung wird ausreichend mit gesunden Nahrungsmitteln versorgt sein.


Fritz Prem