Kolumn

Ende vom Lock Down

Die Tagespolitik hat jetzt zu beraten und entscheiden, wann und wie das Ende vom durch Corona bedingten Lock Down aus zu sehen hat.

Zur gleichen Zeit sind Investmentbanker und Strategen von gesamten Branchen auf Hochtouren unterwegs. Beim Thema Lock Down interessiert sie nur das Wann. Sie haben verschiedene Szenarien für die Zeit nach der Pandemie bereits im Kopf und in ihren Planungsspielen durch gedacht.

Wer profitiert vom Aufschwung nach der Krise

Wer wird nach der Wirtschaftsdepression vom großen Aufschwung profitieren? Wer wird wen Marktanteile weg genommen haben und wer hat durch kluge Vorausschau sein Sortiment angepasst und ist jetzt auf der Siegerstrasse? Wer hat sich in Zeiten der Krise Rohstoff-Zugänge aufgemacht, die er jetzt für seien Schwung nach oben nutzen kann?

Nicht nur in der Schwerindustrie, auch in unserem ureigenen Segment Obst und Gemüse gilt das Gleiche.

Das Konsumverhalten ändert sich durch die vielen Zeiten im Home Office. Das Bewusstsein für gesunde Lebensmittel hat wieder einen Stellenwert. Bio und Regional haben einen Turbo gezündet.

Veränderung bei strategischen Ansätzen

Wen ich hinter die Kulissen blicke, dann kann ich diese Veränderungen für die Zeit nach Corona ganz deutlich sehen. Ob alle Ansätze richtig sind, wird sich bei der Endabrechnung mit dem Bilanzstichtag zeigen.

Plötzlich sind komplett neue Denkansätze in der Wertschöpfungskette als möglich erachtet, die bisher absolut tabu waren. Wenn Erzeugergruppen als erste und die Retailer als die letzte Stufe vor dem Konsumenten plötzlich eine strategische Spange bilden, die hält. Wenn die Dienstleister dazwischen sich plötzlich in einem stärkeren Wettbewerb mit anderen Dienstleistern wiederfinden müssen. Wenn sie nicht mehr die Funktion des Jolly Joker haben.

Eine neue Bauerngeneration wächst heran, die ohne Scheu alte Zöpfe abschneidet. Es wird ein wenig Zeit brauchen, aber die neuen Spielregeln werden gerade ein geübt. Wenn Bauern mit ihren Traktoren ganz gezielt die Nervenzentralen des Lebensmittelhandels blockieren, so machen sie zur Gewissheit, dass sie nicht mehr der Spielball und Fußabstreifer einer ganzen Branche sind.

Neu erwachte Macht nach einer langen Zeit der Entbehrung hat auch ihre Stolperschwellen. Diese zu überwinden, das steht gerade auf dem Programm.

Wir gehen interessanten und spannenden Zeiten entgegen. Ich wünsche ihnen, dass sie auf der Seite der Sieger stehen, wenn die Pandemie zu Ende ist.

Fritz Prem