Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Teure Äpfel gehen nie zu Ende15. September 2026

Ein Spruch von Profis, die langjährig im Tagesgeschäft stehen. Ein Spruch der fast immer eingetroffen ist.

Der Preis war eine der Möglichkeiten, um geringere Mengen aus zu steuern und die Ware für den Markt über einen längeren Zeitraum zu „strecken“. Obendrein war dies eine Möglichkeit, trotz geringerer Mengen jene Margen zu erwirtschaften, die man für die fixen Kosten und den kaufmännischen Gewinn braucht, um wirtschaftlich zu überleben.

Dass der Umkehrschluss nicht immer funktioniert, das wissen wir auch. So zum Beispiel, dass billige Äpfel nicht bald zu Ende gehen, zeigt die letzte Saison. Aber das ist eine andere Geschichte mit anderen Vorzeichen.

Der Blick nach vorne in die neue Saison wird uns aber den alten Leitspruch vor Augen führen, wenn wir ihn beherzigen.

Für die neue Saison ist die niedrigste Apfelernte seit Jahren prognostiziert. Sie ist  nicht nur etwas niedriger, sondern ordentlich niedriger. Zum Start in die neue Saison gibt es noch Restbestände aus der alten Saison. Derzeit sprechen die Insider, dass sie etwa zur Hälfte vorerntige und zur Hälfte diesjährige Ernte verkaufen. Sie gehen davon aus, dass sie damit in den nächsten paar Wochen noch etliches am Frischmarkt unter bringen und aus dem Rest wird guter Apfelsaft.

Wir wissen: die Stimmung macht den Markt. Derzeit ist durch die Situation, dass etwas mehr Ware da ist als der Markt verlangt, ein Gefühl des Überflusses da. Die Branche wird aber ab Mitte November ernüchternd feststellen, dass zu wenige Äpfel für die gesamte Saison zur Verfügung stehen.

Die Frage ist dann: gehen teure Äpfel nie zu Ende?

Oder wird nach Ausreden gesucht, warum man den Markt nicht bis zur nächsten Saison koordiniert bedienen kann und will. Es werden Argumente vorgeschoben, wie die Lagerfähigkeit könnte nicht ganz passen, das Konsumverhalten hat sich geändert oder vieles mehr.

Entweder schafft man es, dass man mit seinen Kunden offen bespricht, dass man für die geringere Menge einen etwas höheren Preis braucht und dafür die Kunden ehrlich informiert, ab wann und für welchen Zeitraum sie Überseeware ordern sollen.

Die Vorkontrakte werden im November geschlossen, definitiv bestellt wird der Kontrakt Anfang Feber (nach der Fruit Logistica). 


Fritz Prem

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