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Staatshilfen für Dürre-Schäden26. August 2026

Die öffentliche Hand wird in Österreich für 100.000 Bauern etwa 240 Millionen Euro zur Linderung der wirtschaftlichen Dürre-Schäden frei geben.

Wenn wir uns die Entstehung dieses doch großen Hilfspaketes (in Zeiten der allgemeinen Einsparungen) ansehen, so können wir uns dazu einige Passagen ins Stammbuch schreiben.

Die Bauern, die tagtäglich mit und in der Natur arbeiten, haben relativ früh erlebt, wie ihnen Wiesen und Weiden vertrocknet sind. Sie haben mit gelitten, wie ihre Ackerfrüchte notreif oder gar nicht erst abgeerntet wurden.

Die Obst- und Gemüsebauern haben großteils eine Bewässerung, aber bei einer derartig katastrophalen und langen Trockenheit ist irgendwann das Wasser zu Ende. Die Früchte bleiben klein und ein massiver Minderertrag stellt sich ein. So oder ähnlich zieht es sich durch alle Sparten.

Zwischen der Darstellung und dem Bewußtmachen des Problems und der Auszahlung von Hilfsmitteln an die Betroffenen sind für eine erfolgreiche Umsetzung mehrere Stufen notwendig.

Bauernverbände und agrarische Organisationen beschreiben das dramatische Bild über Fernsehauftritte, Rundfunk, soziale Medien und Presseaussendungen für die Öffentlichkeit verständlich. Es stellt sich ein gewisses Mitleid und eine Empathie mit den Betroffenen ein. Mehr wird nicht erreicht.

Für den Landwirtschaftsminister (als Teil der Regierungskoalition) und dem Sektionsleiter im Landwirtschaftsministerium ist es die Nagelprobe. Sind sie ein politisches Leichtgewicht oder haben sie ihr politisches Handwerk gelernt. Wichtig ist, dass sie Strategen und Taktiker sind, dass sie Allianzen bilden können und dass sie ein gewisses Stehvermögen haben. Am Ende zählt nur das Ergebnis.

Um es als Erfolgsgeschichte zu betrachten, zählt vorwiegend das Gefühl, dass sie den Not leidenden Betroffen tatsächlich eine Hilfe organisiert haben. Dies fällt den Marktstrategen in den Parteien zu. Sie müssen das Gefühl verkaufen: unser Chef hat seinen Job wirklich gut gemacht!

Wenn das Budget steht, dann kommt die schwierigste Aufgabe: eine gerechte Verteilung von 240 Millionen Euro auf 100.000 betroffene Bauern.

Für jede der vier großen Maßnahmen gab es postwendend hunderte Argumente, warum es ungerecht ist und die schwerer Betroffenen nicht noch mehr bekommen. Und insgesamt sei sowieso alles viel zu wenig.

Der Offenbarungseid ist da. Bauernverbände haben die Katastrophensituation verständlich dar gestellt. Der Landwirtschaftsminister und sein Team haben bewiesen, dass sie kein politisches Leichtgewicht sind und die Verteilung ist nach politisch machbaren Regeln aufgesetzt.


Fritz Prem

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