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Prognose 2015/1609. August 2015

Mit der Prognosfruit in Meran ist letzte Woche der weltweit größte Event der Apfel- und Birnenbranche gelaufen. Neben dem imposanten Zahlenwerk der geschätzten Erntemengen für Herbst 2015 ist es immer wieder erfrischend, bei den Smalltalks in den Pausen und am Rande der Veranstaltung alte Bekannte zu treffen und zwischen den Zeilen wertvolle Informationen ein zu sammeln.

Trotz aller Prognosen über die zu erwartenden Erntemengen ist am Markt keine Saison gleich wie eine andere. Die konventionelle Apfelprognose ist um etwa 5% niedriger als im Vorjahr, trotzdem eine der höchsten der letzten Jahre.

Im Vergleich dazu ist die Produktionsentwicklung in der Bioobst-Produktion ähnlich. Es wird nach der vorjährigen Bio-Höchstgesamternte einen annähernd gleich großen Anteil an Tafelware geben, aber nur etwa die Hälfte bei der Verarbeitungsware.

Wenn man jetzt alle widrigen Umstände mit betrachtet, wie Russlandembargo, Wirtschaftsflaute, knappere Kaufkraft, Veränderung der Konsumgewohnheiten, Unsicherheiten auf den jungen Exportmärkten und noch eine Reihe von Unwägbarkeiten, so lässt sich aus meiner Sicht doch auch eine Prognose für den Markt abgeben.

Der konventionelle Markt wird sich gegenüber dem Vorjahr ganz leicht entspannen. Mit den Krisen und dem Umfeld im Export wird man besser zurechtkommen. Die europäischen Märkte werden wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen, da vor allem der größte Apfelproduzent Europas nach einer Phase der überhitzten Investförderung schön langsam wieder am Boden der Realität ankommt.

Der Biosektor wird eine deutlich belebtere Situation vorfinden, da hier die Hauptzielmärkte anders gelagert sind.

Die ganz alten Füchse der Branche wissen zu gut um die zwei wichtigsten Erfolgsfaktoren: Ein geordneter Heimmarkt und generell eine wachsende Beliebtheit des jeweiligen Produktes.

Beide Faktoren liegen am konventionellen Markt nicht im Lot. Der Apfelkonsum in ganz Europa nimmt jährlich etwa 2% ab. Alle Experten, die diese Kolumne lesen, könnten auf Anhieb drei Seiten mit Ursachen dieser schwindenden Akzeptanz des Apfels in Europa anführen.

Der zweite Faktor ist, dass durch Rabattschlachten und Lockartikelpreise der LEH an der Registrierkasse zu wenig Erlös für die gesamte Wertschöpfungskette lukriert. Damit lutschen wir uns innerhalb der Wertschöpfungskette gegenseitig aus, bis wir beinahe blutleer sind. Damit fehlt die Energie für rechtzeitig erkannte grundsätzliche Veränderungen.

Prem 33/2015

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