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Klimawandel06. Juni 2017

„Pariser Abkommen gekündigt! Den Klimawandel haben ein paar Spinner konstruiert, um sich wichtig zu machen! Die Arbeitsplätze sind wichtig! All die Fake-Meldungen in der einseitigen Presse schaden sowieso nur der eigenen Wirtschaft!“

Diese wirtschaftspolitischen „Rülpser“ haben in der letzten Woche die Schlagzeilen gefüllt. Ein amerikanischer Präsident, der als Immobilien-Makler sehr erfolgreich war, bringt sein Denkschema in die Politik. Für einen Immobilienmakler ist es normal, etwas bestehendes nieder zu reißen und danach zu versuchen etwas anderes daraus zu machen, so zu sagen das tägliche Geschäft. Der Deal läuft, wenn man davon ausgehen kann, dass man nachher besser aussteigt. Für den Schutt, der dabei entsteht, gibt es andere, die sich darum kümmern.

Fragen sie die Produzenten von Obst und Gemüse: Klimawandel ist keine Spinnerei von irgendwelchen verkorksten Philosophen. Er ist Realität. Der Borkenkäfer als Schädling wandert mit der Temperaturerwärmung mit nach oben auf die Berge. Die damit verbundenen höheren Temperatursummen ermöglichen so manchem Schädling in einem Jahr eine zweite oder gar dritte Generation aus zu bilden. Dementsprechend steigt der Schädlingsdruck. Als Beispiel seien auch die Kirschfruchtfliege oder die Kirschessigfliege erwähnt, die vor Jahrzehnten in nördlicheren und damit kühleren Zonen überhaupt kein Thema waren.

In den früher „gemäßigten“ Zonen musste man in den Klimaaufzeichnungen sehr weit zurück suchen, um derartige Starkregen, Hitzeperioden und anhaltende Trockenzeiten, Extremhagel und Spätfröste mit Schneefällen außerhalb der gewohnten Jahreszeiten zu erleben. In den letzten Jahren ist zumindest eine dieser Extremsituationen ganz selbstverständlich und mit aller Wucht aufgetreten. Dies heißt für die Erzeuger von Obst und Gemüse, dass sie Vorsorge zu treffen haben. Es geht um zusätzliche Investitionen gegen Hagel, Frost, Trockenheit und Hitze, Sturm und Starkregen. Überall dort, wo es auf die Schnelle keine Lösung gibt, dort muss eine Versicherung das Risiko abdecken. Dies alles verteuert die Produktion enorm.

Überall dort, wo die steigenden Schadinsekten-Populationen zusätzlich reguliert werden müssen, ist dies sowohl für das Budget als auch für die Umwelt eine Belastung.

Der amerikanische Präsident löst anscheinend ein Wahlversprechen gegenüber den Arbeitern in den Kohlegruben ein und drückt damit seine eigene Wirtschaft an der Westküste an die Wand, die sich bereits intensiv mit alternativer Energie beschäftigt.

Unsere Obst- und Gemüseerzeuger sind ihm ja sowieso egal.

 

Fritz Prem

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