Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Fachmessen als Innovationsmotor24. Februar 2026

Die Fachmessen Fruit Logistica, Biofach und Fruchtwelt Bodensee waren im Wochenabstand gut besucht und haben ihre Tore wieder geschlossen. Auf wissenschaftlicher Ebene steht  mit der ECO Fruit noch eine größere Veranstaltung unmittelbar bevor.

So viel Wissens- und Erfahrungsaustausch in so kurzer Zeit sind ein wichtiger Schub für die gesamte Branche. Auch wenn dort die Aussteller von Investitionsgüter und Dienstleistungen ihre Angebote ausloben, so ist der Erfahrungsaustausch doch das wichtigste.

Es trifft sich auch die Welt der Vermarktung von Obst und Gemüse auf diesen Branchentreffs. Interessant ist, dass Fruit Logistica in Berlin und die Fruit Attraction in Madrid im kommenden Herbst die wirklichen Treffpunkte der handelnden Personen im Fruchthandel sind. Die großen Biogeschäfte werden immer öfter bei den klassischen Handelsmessen getätigt.

Was von den Trends her nicht zu übersehen ist, dass beim Biogeschäft als Verkaufsstellen Diskonter, in weiterer Folge auch Vollsortimenter zulegen, während der klassische Biofachhandel eher auf der Stelle tritt.

Europaweit gibt es bei der Entwicklung der Bio-Umsätze im Frischebereich sehr unterschiedliche Entwicklungen. Insgesamt geht man aber davon aus, dass Bio von der Menge her einen Umsatzschub von knapp 10% machen wird.

Im Osten der EU war Bio bisher kaum vertreten. Die Umsätze im Frischebereich lagen deutlich unter 1%. Interessant war der Gedankenaustausch mit großen polnischen Obstvermarktern. Sie haben gefragt, wie es zum Beispiel in Österreich möglich ist, das 17% aller Äpfel, die im Land verkauft werden, aus biologischer Produktion stammen.

Es gibt dazu eine Handvoll Erfolgstreiber, die allesamt bekannt sind. Im Zuge Darstellung der Best Practice-Beispiele wird aber des öfteren darüber hinweg gegangen, da man ansonsten von den eigenen Leuten gefragt werden könnte, warum man nicht auch schon bei den 17% angekommen ist.

Einer dieser Mosaiksteine der Erfolgsgeschichte ist, dass Bioprodukte möglichst ganzjährig am gleichen Platz im Supermarkt angeboten werden sollten. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.

Wenn in einzelnen Ländern Ende April die eigene Bioware zu Ende ist, so ist es der größte Fehler, nicht dafür Sorge zu tragen, dass sein Kunde dieses Produkt ganzjährig im Regal anbieten kann.

Dies war in Frankreich so, wo die drittgrößte Apfelnation Europas über 8 Jahre Nettoimporteur von Bioäpfeln war. Das könnte auch in Osteuropa sein, wenn man nicht in der Lage ist, ein bescheidenes Biowachstum durch eine eigene Produktion ganzjährig ab zu decken.


Fritz Prem

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