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Bürokratie Abbau13. April 2026

Wir alle ächzen unter der Bürokratie und dem (mittlerweile) virtuellen Papierkram, den wir im Alltag zu erledigen haben.

Jeder möge sich zum Beispiel seine IFS-Zertifizierungsunterlagen in seinem Betrieb zur Auffrischung ansehen oder den letzten Förderantrag für einen Zuschuss aus öffentlichen Mitteln.

Bürokratie bisher

In letzter Zeit war ich bei mehreren Beratungen mit dabei, wie man Lebensmittel sicherer machen könnte, wie man die regionale Herkunft hervorheben könnte und vor allem wie man das Image für einheimische Lebensmittel noch weiter aufbessern könnte.

Beim ersten Punkt machten sich vor allem Kontrollfirmen stark. Sie sind in der Lage, jede angedachte Weiterentwicklung über ihr Kontroll- und Zertifizierungssystem ab zu sichern und um zu setzen.

Für die regionale Herkunft reicht es nicht aus, dass man auf das Produkt einfach drauf schreibt, dass aus jener Region kommt. Es muss auch abgesichert werden, dass dies wirklich so ist. Dazu reicht ein schönes Bild von einer Bäuerin am Packstück nicht aus. Es werden sehr oft Vereine oder Plattformen gegründet, um diese Information ab zu sichern und zu transportieren.

Damit heimische Lebensmittel nicht nur bekannt sind, sondern auch der besondere Mehrwert zum Konsumenten transportiert wird, ist eine eigene Struktur und ein professionelles Projektmanagement nötig.

Die Realität

Eine sich unendlich vergrößernde Bürokratie wird zu oft als Killer-Argument verwendet, wenn man sinnvolle, aber für sich selbst mit Arbeit verbundene Aufgaben nicht machen will.

Mitten in den Workshops mit überschießenden und faszinierenden Ideen, was noch alles gut wäre, kommt plötzlich die Ernüchterung:

Das alles muss erst einmal dokumentiert und danach verarbeitet werden.

Das alles muss jemand zusätzlich zur bisherigen Arbeit von Produktion, Vertrieb oder Logistik machen.

Ich habe mir die Mühe gemacht, alles was bei einer Produktlinie an Kosten für Dokumentation, Kontrolle, Zertifizierung und Kommunikation anfällt, auf zu listen. Die Summe ist unglaublich hoch.

Die Ernüchterung

Schön langsam wird dies jedem bewusst, dass neben seinem ureigenen Geschäftsfeld noch viele andere Geschäftsfelder beinahe das gleiche erheben, dokumentieren, kontrollieren und zertifizieren.

Schön langsam begibt man sich auf die Suche, wo es Vereinfachungen und Kosteneinsparungen in diesem Bereich geben könnte.

Im Zuge der Suche kommt man drauf, dass parallel zum eigenen Anliegen jemand anderer genau zum gleichen Thema bereits knapp 100% der gleichen Daten erhoben und durch Zertifizierungen abgesichert hat. Eine Vereinbarung, die Datenbank gemeinsam zu nutzen klingt da fast wie ein kleines Wunder, das hoffentlich Nachahmer findet.


Fritz Prem

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