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Apfel essen nicht vergessen!16. Juni 2026

Vor kurzem ist der österreichischen Aktion „Apfel essen nicht vergessen!“ nach 4 Jahren der finanzielle Stecker herausgezogen worden und damit wird die Aktion beendet.

Ursprünglich war es eine gemeinsame Aktion der Obsterzeuger und Erzeugergemeinschaften in der Steiermark. Ziel war es, das verloren gegangene Gemeinschaftsgefühl in der Branche wieder auf zu bauen. In der Vergangenheit ist da viel zerbrochen und viele Einzelgruppen haben ihr Glück Richtung Markt selbst versucht.

In dieser Zeit hat sich die Marktmacht des Lebensmittelhandels verstärkt und die Situation mit vier Kunden in Österreich (Spar, Rewe, Hofer und Lidl), die 93% des Lebensmittelhandels bewerkstelligen, verfestigt.

Zu diesen vier Kunden gehen etwa 8 – 10 nennenswerte Obsthändler und weiters größere Erzeuger, die direkt ihre Ware andienen. Somit ist für den Lebensmittelhandel ein Eldorado im Einkauf entstanden. Sie können nach Belieben Lieferanten austauschen.

Dass dies auch zu Lasten der Erzeugerpreise geht, wurde den Bauern schön langsam bewusst. Sie haben viel zu lange einzig darauf geschaut, welcher Händler um 3 Cent mehr bezahlt und sonst nichts. Die Großhandelspreise haben sich entsprechend in diesem Rahmen entwickelt.

Daher initiierten einzelne Bauern die Aktion „Apfel essen nicht vergessen!“ Drei Jahre lang machte ein großer Teil der Erzeuger, Erzeugergruppen und Vermarkter auch bei der Finanzierung dieser umfangreichen und finanziell aufwändigen Aktion „Apfel essen nicht vergessen“ mit.

Irgendwann wurde mit der ersten Erfolgskontrolle bewusst, dass es sich um eine generische Werbung handelt, wo keiner einen direkten Nutzen für sich herausfinden konnte. Dieses Logo findet man auf keiner Verpackung, wo der Konsument die Entscheidung trifft, für dieses Packstück sein Geld aus zu geben und nicht für das daneben liegende.

Die Erkenntnis hat sich gefestigt, dass es sich vorwiegend um ein internes Marketing handelt. Es soll den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl der Obstbauern in der Region stärken. Es diente in erster Linie dazu, sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen und sich gegenseitig zu erklären: wir sind aktiv, wir haben etwas getan.

An der Grundproblematik, dass in der Region eine Vertriebsstruktur gewachsen ist, die keinen anderen Großhandelspreis zulässt, hat sich nichts geändert. Ein Zusammenhalt der Bauern in der Region, um das Machtverhältnis zum Lebensmittelhandel zu verändern, war nicht entwickelbar.

Viele haben aber die gemeinsame Aktion „Apfel essen nicht vergessen“ als ersten Vertrauensaufbau für Weiterentwicklungen erhofft.

Nach der nüchternen Erkenntnis, dass mit der derzeitigen Generation Erzeugervertreter und Vermarkter keine nennenswerte Entwicklung möglich ist, ist auch der Entschluss bei wichtigen Vertretern gereift, zukünftig keine mehrere hunderttausend Euro für ein gegenseitiges Schulterklopfen in die Hand zu nehmen und die Finanzierung für dieses interne Marketing zu beenden.


Fritz Prem

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