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Unterschiede am Apfelmarkt23. März 2026

Der Apfelmarkt in Deutschland und Österreich gestaltet sich doch deutlich unterschiedlich. Abgesehen vom Biomarkt, wo in Österreich etwa 17% aller im Lebensmittelhandel verkauften Äpfel aus einer Bioproduktion sind, so sind es in Deutschland nur etwa 6%.

Es gibt aber am allgemeinen Apfelmarkt weitere deutliche Unterschiede. Die deutsche Apfelproduktion versorgt die deutschen Konsumenten nur zu etwa 60% mit im Lande produzierten Äpfeln. In Österreich wurden in Normaljahren etwa doppelt so viele Äpfel produziert wie in Österreich gegessen wurden.

In den Filialen der großen Lebensmittelhändler gibt es in Österreich außer Pink Lady so gut wie keinen Apfel, der nicht aus Österreichischer Produktion stammt. Die Konsumenten sind hier sensibilisiert.

In Deutschland ist dieses Thema der regionalen und nationalen Herkunft bei weitem nicht so sensibilisiert. Wir könnten dazu in einem eigenen Workshop nach Gründen suchen. Es ist aber einfach so, dass es nicht einmal die Verkäufer deutscher Äpfel wirklich aufregt, wenn da Äpfel aus Italien, Frankreich oder Übersee im Regal liegen.

Einer der möglichen Gründe könnte in der generischen Werbung liegen. Österreich hat mit AMA Marketing seit 20 Jahren ein Instrument, das kontinuierlich österreichische Herkunft bei Konsumenten penetriert. Finanziert wird AMA Marketing durch Pflichtbeiträge der Bauern und einem größeren Teil aus der öffentlichen Hand.

In Deutschland wurde vor 17 Jahren CMA und ZMP in die Insolvenz geschickt (durch eine Lapalie, weil man da einen großen Folgeschaden befürchtete). Seither gibt es keinen zentralen Stimmungsmacher für einheimische Produkte. Private Einzelinitiativen versuchen dies auf einer anderen Ebene wett zu machen.

Wir wollen hier keine Einzelaktivitäten beurteilen, aber schauen wir uns einfach die Ergebnisse an.

Zwei Dinge fallen mir aktuell noch ins Auge. Die konventionelle Produktion hat von Jahr zu Jahr immer weniger Pflanzenschutzwirkstoffe zur Verfügung. Damit muss sie mit „alten“ Wirkstoffen auskommen. Einhergehend muss weiterhin eine Balance zwischen erlaubtem Höchstwert und praktisch Machbarem gefunden werden.

Forschung und Versuchstätigkeit in Richtung Low-Residue Produktion sind in den typischen Exportländern nach Deutschland weiter fort geschritten. Somit wird in Zukunft das Argument weg fallen, dass die im eigenen Land produzierten Äpfel weniger Rückstände haben.

Am markantesten ist die Stimmung am Markt. Während in Deutschland durch eine größere Ernte als im Vorjahr (ähnlich viel wir 2022) die Stimmung bei den deutschen Verkäufern gedrückt ist, so war bis vor dem Beginn des Krieges im Nahen Osten die Stimmung bei den Südtiroler Kollegen beinahe im Allzeithoch. Dies in der gleichen Saison.


Fritz Prem

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