37. Spargeltag in Karlsruhe
Das Landwirtschaftsamt im Landratsamt Karlsruhe und das Regierungspräsidium Karlsruhe bieten in Zusammenarbeit mit dem Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. (VSSE) ein spezielles Forum für Erzeugerinnen und Erzeuger im Rahmen der expoSE – Europäische Leitmesse für die Spargel- und Beerenproduktion – an.

36, Spargeltag. (Foto © VSSE / Jürgen Rösner)
Der bereits zum 37. Mal stattfindende Spargeltag gibt den Besucherinnen und Besuchern in Form von Vorträgen und Diskussionen Gelegenheit zur Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch.
Spargel ist in Nordbaden ein wichtiges Standbein für viele landwirtschaftliche Betriebe.
Kulturführung und Vermarktung erfordern ein hohes Maß an Kenntnissen über aktuelle Entwicklungen und Versuchsergebnisse. Landwirtschaftliche Erzeugnisse sind in hohem Maße von veränderten Rahmenbedingungen betroffen, durch den Handel, durch stark gestiegene Kosten, sowie auch durch Auflagen bezüglich nachhaltiger Produktionsprozesse.
Badischer Spargel ist ein Aushängeschild für die Region und genießt überregional einen hervorragenden Ruf. Dr. Ulrich Kraft, Abteilungspräsident des Regierungspräsidiums Karlsruhe, wird die Veranstaltung eröffnen.
Der Auftaktvortrag wird auch in diesem Jahr wieder durch einen internationalen Gast gehalten.

Foto © VSSE / Christoph Göckel
Folgende Fachvorträge sind vorgesehen:
Spargelanbau in der Schweiz
Vom Feld auf den Teller – Anbau, Vermarktung und Herausforderungen des Schweizer Spargelanbaus.
Andreas Rohner hat eine agronomische und betriebswirtschaftliche Ausbildung und ist seit zwei Jahren Geschäftsführer der Landi Seebachtal im Kanton Zürich, einer landwirtschaftlichen Genossenschaft im Nordosten der Schweiz.
In dieser Funktion verantwortet er die Finanzen des Unternehmens sowie den Geschäftsbereich Detailhandel.
Die Genossenschaft übernimmt und vermarktet Spargel und diverse Beerensorten von Produktionsbetrieben in der Region.
Auch der Vertrieb von Spargeljungpflanzen aus deutscher Vermehrung an zahlreiche Produktionsbetriebe in der Schweiz gehört im Frühjahr zu Rohners Aufgaben.
In guter Zusammenarbeit mit den Spargelberatern der verschiedenen Kantone unterstützt er im Rahmen der Landi auch Fortbildungsveranstaltungen für die dortigen Spargelanbauer.
Roland Grütter leitet zusammen mit seiner Frau Sandra den Leinacherhof im Kanton Bern.
Er vermarktet die weißen, grünen und violetten Stangen unter der Bezeichnung „Seeberger Spargel“.
Ein ganzjährig geöffneter Hofladen bietet außer dem eigenen Spargel auch eigene Beeren, Gemüse und Blumen an, sowie ein breites Sortiment regionaler Produkte.
Mit Herzblut und Leidenschaft wird der Anbau ergänzt durch eigene Fleischproduktion von Black Angus
Rindern und von eigenen Schweinen.
Ferien auf dem Bauernhof und ein Restaurant für Events runden das Angebot für die Kundschaft ab.
Foto © VSSE / Jürgen Rösner
Spargelroboter versus Handernte
Einblicke in die VSSE-Untersuchung zur maschinellen Beerntung Der erfahrene Spargelerzeuger Rolf Meinhardt (VSSE) und die Arbeitswirtschaftlerin Monika Schulz (Firma Ratiochron) haben Ernteroboter, die bereits am Markt verfügbar sind, im Realeinsatz intensiv untersucht.
Auf Basis quantitativer Daten zur Stangenanzahl, detaillierter Qualitätsbeurteilungen, Videoanalysen sowie Interviews mit den Herstellern zeichnen die Referenten ein klares und neutrales Bild über den aktuellen Stand der Automatisierung im direkten Vergleich zur klassischen Handernte.
Während die Lohnkosten weiter kontinuierlich steigen, stagnieren die Erlöse.
Das macht ein Umdenken bei den Erzeugern erforderlich: Das effiziente Management der Erntekosten wird künftig das entscheidende Kriterium für die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Spargelbetriebe sein.
Um Produzenten eine unabhängige und fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten, hat der VSSE e.V. eine umfassende Praxisstudie beauftragt und finanziert, deren Ergebnisse Rolf Meinhardt vorstellen wird.

Foto © VSSE / Christoph Göckel
Gut vorbereitet auf den Klimawandel
Wie können wir auf die Veränderungen im Spargelanbau reagieren? Dr. Ludger Aldenhoff, Berater des Beratungsdienstes Spargel und Erdbeeren (BDSE), beobachtet in zunehmendem Maße den Einfluss sich verändernder Witterungseinflüsse auch im Anbau von Spargel.
Das größte Problem sind dabei, wie auch in diesem Jahr, die langen Hitzephasen mit extremer Trockenheit.
Der Aufwuchs des Krautes in der Wachstumsphase, besonders der Junganlagen, ist eine Herausforderung, die inzwischen in den meisten Fällen eine Beregnung erfordert.
Auch die Sicherung der Stangenqualitäten und die Steuerung der Erntemengen wird durch Hitze während der Ernte zunehmend zu einem Problem.
Aldenhoff zeigt auf, wie sich die genannten Probleme durch die Auswahl angepasster Sorten, durch die Steuerung der Folienabdeckung und durch die Anpassung von Bewässerungs- und Düngungsmaßnahmen entschärfen lassen.

Foto © VSSE / Christoph Göckel
Erdmandelgras im Spargel
Erkennung, Eindämmung und Bekämpfung zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Nils Kraushaar, Spargelberater an der Landwirtschaftskammer Niedersachsen konnte in den vergangenen Jahren in zunehmendem Maße die Ausbreitung des hartnäckigen Erdmandelgrases beobachten.
Inzwischen hat sich dieses invasive Sauergras auf vielen Flächen zu einer massiven Bedrohung für den Spargel entwickelt, da es in seinen Wuchsverhalten optimal an die intensiven Anbaubedingungen im Spargelanbau angepasst ist, sich aber kaum bekämpfen lässt.
Das wärmeliebende Gras profitiert vom veränderten Klima und bevorzugt, wie auch der Spargel, sandige bis humose Böden.
Um den Vormarsch dieses Unkrautes besser zu verstehen und Wege zur Eindämmung zu entwickeln, hat Kraushaar einen Pilotversuch im Spargelanbau über zwei Jahre betreut und wird die aktuellen Erfahrungen und Ergebnisse aus diesem Versuch vorstellen.

Foto © VSSE / Christoph Göckel
Grünspargelqualitäten verbessern
Ist der Netztunnel die Lösung? Bernhard Böckenhoff hat für den Grünspargelanbau eine neue Netzauflage entwickelt, welche durch höhere Luftfeuchte und geringeren Windeinfluss das Mikroklima für den Grünspargel verbessern soll.
Der wesentliche Effekt sollen hierbei geradewachsende Stangen sein.
Carsten Wenke und Ralf Große-Dankbar sind Spargelberater an der Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen und haben diese Neuentwicklung auf der Fläche eines Landwirtes getestet.
Die Erkenntnisse aus ihrem einjährigen Versuch werden sie uns vorstellen.
Foto © VSSE / Christoph Göckel
Spotlight Spargel
In diesem Format wird die Spargelberaterin des Landkreises Karlsruhe, Isabelle Kokula, einen kurzen Überblick über ihren aktuellen Begrünungsversuch 2026 geben.
Ein weiteres Thema ist die Auswertung des Preisspiegels, ein seit 10 Jahren bewährtes Instrument zur Einschätzung der Preise in der Direktvermarktung, welches die regionalen Anbauer in ihrer Preisfindung unterstützt.
Auch die Nachfolge der Spargelberaterin wird sich vorstellen.
Außerdem wird die Sozialanthropologin Hannah Wadle von ihrer Arbeit im Rahmen des Projektes Foodcircuits – Spargelproduktion in Deutschland berichten.
Das Projekt, mit Sitz an der Universität Barcelona, untersucht in mehreren Ländern jeweils ein typisches Lebensmittel in seiner kulturellen und zwischenmenschlichen Bedeutung in der Gesellschaft.
Die meisten deutschsprachigen Vorträge des Spargeltages werden zusätzlich als Präsentation in englischer Sprache gezeigt.
Durch das Programm des Spargeltages führen Angelika Appel, Obst- und Gartenbaureferentin im Regierungspräsidium Karlsruhe und Isabelle Kokula, Spargelberaterin im Landratsamt Karlsruhe.
Eine Anmeldung zum 37. Spargeltag ist nicht erforderlich, die Sitzplätze sind jedoch begrenzt. Für den Besuch des Spargeltags ist der Kauf eines Messetickets erforderlich.
Weitere Informationen.
Veröffentlichungsdatum: 13.10.2026

