Wettbewerb in Europa veranlasst spanischen Obst- und Gemüsesektor zur Suche nach neuen Märkten
Spanien ist der führende Exporteur von Obst und Gemüse in Europa, doch 97 % der Lieferungen erfolgen auf dem Landweg in Nachbarländer, wo der Wettbewerb durch Erzeugnisse aus Nicht-EU-Staaten wächst.
Die Messe Fruit Attraction bot Unternehmen des Sektors Informationen über den Zugang zu neuen Märkten, wie das spanische Portal für Landwirtschaftsnachrichten FyH.es berichtet.
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Im vergangenen Jahr exportierte Spanien 12 Millionen Tonnen Obst und Gemüse, 3,6 % weniger als 2024, im Wert von 18.667 Millionen EUR (+4 %), dies stellt den größten Posten in der Handelsbilanz des Agrar- und Lebensmittelsektors dar.
Zu den wichtigsten Kategorien gehören Tomaten, Paprikas, Zitrusfrüchte, Wassermelonen, Steinobst und Erdbeeren.
Zwischen Januar und Juli 2026 erreichten die Lieferungen 7,5 Millionen Tonnen, ein im Jahresvergleich geringerer Rückgang (-1 %) als 2025, bei einem Gesamtwert von 12.039 Millionen EUR (+6 %).
Bei der 18. Ausgabe der Fruit Attraction in der vergangenen Woche traten China und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) als „Gast-Importländer“ auf.
Diese Initiative zielte darauf ab, die Absatzmärkte für Lebensmittel zu diversifizieren, die aufgrund ihrer Verderblichkeit vor besonderen Herausforderungen stehen.
Zudem wurde das „International Buyers Program“ aktiviert, das spanischen Unternehmen ermöglichte, mit 700 Einkaufsleitern/-leiterinnen des Einzelhandels, Importeuren und Großhändlern aus 60 Ländern in Kontakt zu treten.
Mit Unterstützung der staatlichen Agentur ICEX Spain Export and Investment konnten sich Unternehmer/innen aus dem Obst- und Gemüsesektor zudem über Marktchancen in Indien (für Zitrusfrüchte, Kiwis, Steinobst oder Tafeltrauben), Indonesien (hochwertiges Frischobst und bestimmtes Gemüse mit hoher Wertschöpfung) sowie für Technologieunternehmen in Kenia informieren.
Neben der Verderblichkeit der Produkte erschwert auch die aktuelle geopolitische Lage Lieferungen in viele Länder unmöglich, zudem führen steigende Produktions- und Logistikkosten dazu, dass Obst- und Gemüseunternehmen sehr genau abwägen, bevor sie das Wagnis eingehen, neue Absatzmärkte zu erschließen.
Alejandro Monzón, Präsident von Anecoop, erklärte, dass die Genossenschaft zweiter Stufe (ein Zusammenschluss von Genossenschaften) mit einem Umsatz von über 1 Milliarde EUR in mehr als 90 Länder exportiert. Ihr Ziel sei es, „eine maximale Anzahl an Märkten zu erreichen“, um über Alternativen zu verfügen, sollte die Nachfrage auf ihrem Hauptmarkt Europa zurückgehen.
Er räumte ein, dass „bewaffnete Konflikte“ dazu führen, dass Obst- und Gemüselieferungen, die normalerweise in andere Regionen gingen, nun nach Europa umgeleitet werden, dies verschärfe den Wettbewerb und mache den Absatz in der EU „komplizierter“.
Die Paloma-Gruppe (Mazarrón, Murcia), die Tomaten, kernlose Weintrauben, Nektarinen und Granatäpfel produziert, exportiert 90 % ihrer Erzeugung – rund 60.000 Tonnen im Jahr 2025 – in 32 Länder, wobei das Vereinigte Königreich und Deutschland die wichtigsten Abnehmer sind.
„Wir müssen ständig nach neuen Märkten suchen, da der Wettbewerb durch Drittstaaten in Europa zunimmt“, sagte Ana Hernández, Leiterin für Forschung und Entwicklung.
Sie erläuterte, dass das Unternehmen gemeinsam mit großen Handelsketten wie dem deutschen Discounter Lidl seine Präsenz in osteuropäischen Ländern ausbaue.
Ein Hindernis bei der Diversifizierung der Absatzmärkte seien die phytosanitären Anforderungen, Kontrollen und bürokratischen Hürden einiger Drittstaaten, merkte sie an, betonte jedoch zugleich, dass es in den letzten Jahren gelungen sei, den Markt in Brasilien für Granatäpfel und den in Südafrika für Tafeltrauben zu erschließen.
Miguel García, Geschäftsführer der Grupo La Caña (Motril, Granada), teilte Efeagro mit, dass britische Supermärkte, die nach dem Brexit ihr Angebot an Obst und Gemüse aus Marokko zulasten Spaniens aufgestockt hatten, nun wieder verstärkt auf spanische Ware setzen, da sie Qualität und Lieferfähigkeit mittlerweile höher gewichten als den Preis.
Frutas Poveda (San José de la Vega, Murcia) begann vor etwa drei Jahren mit dem Export von Zitronen nach Kanada.
Da sich das Land bislang als „interessanter Exportmarkt“ erwiesen hat, wurde beschlossen, verstärkt in die dortige Expansion zu investieren, so María Poveda, Leiterin für Produkt und Marketing.
Fruca (Balsapintada, Murcia), das 90 % seiner Salate, Endivien, Melonen, Wassermelonen, Zitrusfrüchte und Paprika im Ausland absetzt, sieht nach Aussage seines Vertriebsleiters, José Cánovas, die „Hauptbeschränkung bei der Erschließung von Märkten innerhalb der Gemeinschaft“ in der „extremen Verderblichkeit der Produkte“ sowie in den „hohen Logistikkosten für den Transport“.
Quelle: FyH.es
Veröffentlichungsdatum: 13.10.2026
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