Wissenschaftler arbeitet an Drohne, die Colorado-Käfer mit Laser jagt
Kann eine futuristische Drohne, ausgestattet mit einem Laser, Insektizide in der Kartoffelproduktion ersetzen? Der Informatiker Nick Reyntjens aus Lierde ist davon überzeugt, berichtet das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).
Er entwickelt eine Technologie, bei der eine Drohne vollständig automatisch Colorado-Käfer erkennt und bekämpft, ohne andere nützliche Insekten zu treffen.
Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Forschungsphase, doch erste theoretische Simulationen lassen ihn optimistisch hinsichtlich der technischen Machbarkeit werden.
Der Plan zur Bekämpfung der Colorado-Käfer umfasst mehrere Schritte.
Zunächst fliegt eine Aufklärungsdrohne über das Feld, um die Standorte der Käfer großräumig zu kartieren.
„Das ist keine neue Technologie. Solche Drohnen und die notwendige Software sind bereits heute auf dem Markt“, erklärt Reyntjens.
Anschließend wird eine zweite Drohne eingesetzt. Diese fliegt zu den vom Aufklärungsdrohne erkannten Stellen und ermittelt dort die exakte Position des Käfers.
Die Drohne sichert sich dann ein 5 mal 5 Zentimeter großes Schussfenster und schwebt autonom etwa einen Meter über der befallenen Pflanze. Sobald ein Colorado-Käfer vollständig im Schussfenster ist, feuert die Drohne einen Laser, der den Kopf des Insekts erhitzt und so ausschaltet.
Je nach Ausführung kann die Drohne mit mehreren Lasern ausgestattet sein. „Wenn mehrere Käfer auf derselben Pflanze sitzen, können sie fast gleichzeitig bekämpft werden“, erklärt Reyntjens.
„Sobald die Drohne über der Pflanze schwebt, dauert es etwa 300 Millisekunden, um die Position des Käfers zu bestimmen und ihn zu eliminieren.“
Die Behandlung eines Hektars Kartoffelfeld würde so etwa 17 Minuten in Anspruch nehmen.
Nächster Schritt: Validierung und Finanzierung
Inzwischen arbeitet Reyntjens an den nächsten Schritten: der Suche nach Fördermitteln und industriellen Partnern.
„Ohne Ressourcen und Partner kann ich das System heute nicht weiterentwickeln“, sagt er.
Letztes Jahr hat er gemeinsam mit dem Institut für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittelwissenschaften (ILVO) sowie dem deutschen „Ferrari der Optik-Technologie“ einen Antrag auf europäische Fördergelder gestellt.
„Der Antrag wurde abgelehnt, weil die Unterlagen nicht rechtzeitig eingereicht werden konnten. Daher müssen wir dieses Jahr erneut einen Antrag stellen“, erklärt Reyntjens.
„Für diese Art von Technologie gibt es derzeit nur wenige alternative Fördermöglichkeiten.“
Während er auf eine neue Förderungsrunde wartet, ruft Reyntjens auch Landwirte und Forscher auf, die Interesse an Feldversuchen haben.
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 03.08.2026

