Österreich / Totschnig: Trockenheit setzte sich im Oktober fort
Der Oktober 2026 war in Österreich erneut zu warm und deutlich zu trocken. Mit einer Temperaturabweichung von +1,3 °C gegenüber der Klimanormalperiode 1991–2020 und einem österreichweiten Niederschlagsdefizit von 36 % setzte sich die seit Monaten anhaltende Trockenheit fort.
„Investitionen in Wasserinfrastruktur bleiben Schlüssel für Versorgungssicherheit.“ (Bildquelle: Pixabay)
Die Abflüsse der Fließgewässer und die Grundwasserstände blieben österreichweit auf niedrigem Niveau. Details dazu finden sich im aktuellen Monatsbericht „Wasserhaushalt Österreich“ der Hydrographie.
„Die fehlenden Niederschläge der vergangenen Monate machen sich auch im Oktober deutlich bemerkbar: Die Wasserstände in unseren Flüssen und im Grundwasser bleiben vielerorts niedrig. Das unterstreicht, wie wichtig langfristige Vorsorge für eine sichere Trinkwasserversorgung ist.
Die Trinkwasserversorgung in Österreich war und ist auch angesichts der schwierigen hydrologischen Situation und des Niederschlagsdefizits großflächig gesichert.
Dass Österreich solche Situationen bewältigen kann, ist auch das Ergebnis einer vorausschauenden Infrastrukturpolitik von Gemeinden, Wasserversorgern, Ländern und meinem Ressort.
Seit 1993 wurden 18.254 Trinkwasserprojekte durch das BMLUK mit rund 1 Mrd. Euro unterstützt. Unsere Investitionen in die Wasserinfrastruktur bleiben der Schlüssel für die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser.
Diesen Weg müssen und werden wir konsequent fortsetzen“, betont Umweltminister Norbert Totschnig.
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Temperatur und Niederschlag
Die Lufttemperatur lag im Oktober österreichweit um 1,3 °C über dem langjährigen Mittel. Überdurchschnittliche Temperaturen wurden in allen Bundesländern verzeichnet, besonders ausgeprägt in Salzburg (+2,0 °C) und Tirol (+1,8 °C).
Mit einer bundesweiten Niederschlagssumme von rund 57 mm fiel etwa 36 % weniger Niederschlag als im langjährigen Monatsvergleich.
Besonders ausgeprägt waren die Niederschlagsdefizite in Wien, Kärnten und der Steiermark.
Auch im Dreimonatszeitraum August bis Oktober lag die Niederschlagsmenge um 32 % unter dem langjährigen Mittel.
Die Schneebedeckung in den Hochlagen war regional unterschiedlich, überwiegend jedoch unterdurchschnittlich.
Oberflächengewässer
An rund 95 % der ausgewerteten Pegelmessstellen lagen die monatlichen Abflüsse im niedrigen oder sehr niedrigen Bereich, wobei sehr niedrige Abflüsse deutlich überwogen.
Besonders ausgeprägt war die Niederwassersituation im Osten und Süden Österreichs. Hochwasserabflüsse wurden im Oktober nicht registriert.
Der Wasserstand des Neusiedler Sees ging weiter zurück und lag Ende Oktober mit 114,90 m ü. A. nur noch 3 cm über dem historischen Tiefststand aus dem Jahr 2022.
Der Wasserstand des Bodensees (Seepegel Bregenz) stagnierte im Monatsverlauf und lag Ende Oktober 8 cm über dem saisonalen Minimum.
Grundwasser
Österreichweit wiesen rund 90 % der ausgewerteten Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Wasserstände auf.
Damit blieb die Grundwassersituation gegenüber September insgesamt weitgehend unverändert.
Während die Grundwasserstände im Westen Österreichs regional geringfügig anstiegen, nahm der Anteil der Messstellen mit sehr niedrigen Grundwasserständen insbesondere in Kärnten und der Steiermark weiter zu.
Ausblick
Laut Prognose der GeoSphere Austria vom 29. Oktober 2026 ist für die erste Novemberhälfte mit eher kühler Witterung zu rechnen.
Zunächst werden nur geringe Niederschlagsmengen prognostiziert, während sich die Niederschläge in der zweiten Novemberwoche dem langjährigen Durchschnitt annähern dürften.
Für die zweite Novemberhälfte zeichnet sich eine zunehmend mildere und feuchtere Witterung ab.
Dieser Trend dürfte sich bis Anfang Dezember fortsetzen, wobei überdurchschnittliche Temperaturen und Niederschlagsmengen prognostiziert werden.
Angesichts der ausgeprägten Niederschlagsdefizite der vergangenen Monate sind über einen längeren Zeitraum ergiebige Niederschläge erforderlich, um die bestehenden Defizite im Wasserhaushalt überregional auszugleichen.
Quelle: BMLUK
Veröffentlichungsdatum: 06.11.2026

