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EuRH zu Innovationsprogramm EIP-AGRI: „Ein Drittel ging nicht an die Landwirtschaft, kaum Ergebnisse“

03. März 2026

Das Europäische Investitionsprogramm EIP-AGRI mit einem Budget von fast 1 Milliarde EUR hat kaum Ergebnisse erzielt. Dies geht aus einem vernichtenden Bericht des Europäischen Rechnungshofs (EuRH) hervor, wie das Flämisches Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT) berichtet.

Die beträchtlichen EU- und nationalen Fördermittel zur Förderung innovativer landwirtschaftlicher Praktiken führten selten zu Innovationen, die von Nutzen, praktisch anwendbar waren oder verbreitet angewendet wurden. 

Fast ein Drittel der Projekte hatte wenig oder gar keinen Bezug zur Landwirtschaft.
 
Zwischen 2014 und 2022 wurden fast 1 Milliarde EUR an europäischen und nationalen Mitteln in das EIP-AGRI investiert, die laut EuRH jedoch nur geringe Ergebnisse brachten. 

Die Prüfer empfehlen eine stärkere Ausrichtung auf die praktischen Bedürfnisse der Landwirte, eine verbesserte Projektauswahl und eine effektivere Verbreitung der Ergebnisse. 

Das Innovationsprogramm wurde 2012 ins Leben gerufen und von der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und dem europäischen „Horizon“-Programm finanziert. 

Im Rahmen der GAP 2014–2022 unterstützte dieses Instrument mehr als 4.000 Innovationsprojekte. Diese Projekte sollten die landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit durch die Zusammenarbeit von Landwirten, Forschern, Beratern und Agrar- und Lebensmittelunternehmen steigern. 

Die praktischen Ergebnisse sind jedoch derzeit unbefriedigend. 

Projekte hatten oft keinen Bezug zur Landwirtschaft 

Die Prüfer stellten außerdem fest, dass fast ein Drittel der untersuchten Projekte wenig oder gar keinen Bezug zur Landwirtschaft hatte. 

Einige Projekte konzentrierten sich beispielsweise auf die industrielle Lebensmittelverarbeitung oder das Markenmanagement im Einzelhandel. 

Mehr als die Hälfte der Projekte brachten keine erfolgreichen Innovationen hervor. 

In vielen Fällen mangelte es an praktischen Ergebnissen, die Projekte deckten nur Nischenbedürfnisse ab oder kamen primär Einzelpersonen zugute. 

Es wurden auch Fälle gefunden, in denen Mittel für Investitionen verwendet wurden, die ohnehin getätigt worden wären, ohne klare Vorteile für den gesamten Sektor zu bringen. 

Eine weitere Beobachtung ist, dass die Projektergebnisse trotz der Absicht oft nicht geteilt wurden.
Nur in etwa der Hälfte der Projekte wurde das gewonnene Wissen weitergegeben und nur 6 der 18 Projekte mit nutzbaren Ergebnissen führten zu Innovationen, die breite Anwendung fanden. 

Die EU-Mitgliedstaaten förderten vielversprechende Innovationen auf lokaler Ebene und unter Landwirten selten, obwohl die GAP Mittel für Aus- und Weiterbildung sowie Beratungsdienste bereitstellte. 

Die Prüfer stellten fest, dass keine Synergien mit EU-Forschungs- und Innovationsprogrammen wie „Horizont 2020“ genutzt wurden. 

Keines der 70 untersuchten Projekte nutzte diese Fördermittel, obwohl für den Zeitraum 2014-2020 über 1,5 Milliarden EUR für Forschung bereitgestellt wurden.

„Innovation ist unerlässlich, wenn der Agrarsektor seine wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit stärken soll“, so João Leão, das für die Prüfung zuständige Mitglied des EuRH. 

„Das EU-Innovationsinstrument für die Landwirtschaft hätte ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis bieten können. Chancen wurden verpasst, weil die praktischen Bedürfnisse der Landwirte nicht berücksichtigt wurden.“ 

Der Bericht basiert auf einer Stichprobe von 70 Projekten in Spanien, Frankreich, den Niederlanden und Polen.


Quelle: Vilt.be

 

Veröffentlichungsdatum: 03.03.2026

Schlagwörter

EuRH, Innovationsprogramm, EIP-AGRI, Landwirtschaft, Ergebnisse