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Ein Drittel der europäischen Agrarflächen von verschiedenen Formen der Bodendegradation betroffen

04. November 2026

Fast ein Drittel der untersuchten europäischen Agrarflächen ist gleichzeitig mit mindestens drei Formen der Bodendegradation konfrontiert. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, in der Forschende erstmals zwölf Degradationsprozesse in 38 europäischen Ländern gemeinsam erfasst haben. 


Bildquelle: Pixabay

Die häufigsten Formen der Bodendegradation sind die Belastung durch Pflanzenschutzmittel sowie ein unausgewogener Nährstoffhaushalt, wie das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT) berichtet. 

Den Forschenden zufolge stellt die Bodendegradation eine große Herausforderung für die landwirtschaftliche Produktivität und die Ernährungssicherheit in Europa dar. 

Erstmals wurden verschiedene Formen der Bodendegradation auf europäischen Agrarflächen gemeinsam kartiert. Bisherige Untersuchungen konzentrierten sich meist auf einzelne Degradationsformen, ohne zu berücksichtigen, wie diese sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. 

„Dieser umfassende Ansatz ermöglicht ein besseres Verständnis der Bodendegradation als komplexes Umweltproblem“, so die Forschenden. 

Die Analyse wurde sowohl auf europäischer als auch auf regionaler Ebene durchgeführt. Insgesamt wurden mehr als zwei Millionen Quadratkilometer Agrarfläche in 38 europäischen Ländern, darunter die 27 EU-Mitgliedstaaten, untersucht. 

Sechs Hauptbedrohungen für Europas Agrarflächen

Die Studie zeigt, dass es sechs großflächige Formen der Bodendegradation gibt, die die Ernährungssicherheit gefährden. Die Belastung der Böden durch Pflanzenschutzmittel ist in den 38 untersuchten Ländern die am weitesten verbreitete Form der Degradation. 

Laut der Studie weist die Hälfte (52 %) der untersuchten europäischen Agrarflächen ein hohes bis sehr hohes Risiko für eine Belastung durch Pflanzenschutzmittel auf. 

Ein unausgewogener Nährstoffhaushalt stellt das zweitgrößte Problem dar. Den Forschenden zufolge sind 39 % der untersuchten europäischen Agrarflächen davon betroffen, der Boden enthält hier entweder zu viel oder zu wenig Stickstoff oder Phosphor. 

Eine Bodenbelastung durch Schwermetalle, wie etwa Cadmium, betrifft rund 31 % der Agrarflächen. Zudem sind Austrocknung, Bodenverdichtung und Wassererosion weit verbreitete Formen der Bodendegradation, sie betreffen jeweils 25 %, 15 %  und 15 % der Agrarflächen. 

Mehrfach-Degradation

Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist, dass verschiedene Formen der Bodendegradation häufig gemeinsam auftreten. Fast ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Fläche ist gleichzeitig von mindestens drei verschiedenen Degradationsprozessen betroffen, die sich zudem gegenseitig verstärken können. 

Auf nationaler Ebene gibt es vier Länder, in denen mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Fläche gleichzeitig drei verschiedenen Formen der Landdegradation (Mehrfachdegradation) ausgesetzt ist: Spanien (67 %), Italien (62 %), die Niederlande (62 %) und Griechenland (58 %). 

In zehn weiteren Ländern, darunter Belgien, ist mehr als ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche von einer solchen Mehrfachdegradation betroffen. 

Den Forschern zufolge stellt diese Häufung von Degradationsprozessen eine große Herausforderung für die landwirtschaftliche Produktivität in Europa dar. 

Sie betonen, dass das Ausmaß und die geografische Verteilung dieser Probleme die dringende Notwendigkeit unterstreichen, dem Rückgang der Qualität landwirtschaftlicher Flächen entgegenzuwirken. 

Sie plädieren für gezielte politische Maßnahmen, um eine weitere Degradation zu verhindern, die landwirtschaftliche Produktivität zu schützen und die Ernährungssicherheit in Europa zu stärken.


Quelle: Vilt.be

 

Veröffentlichungsdatum: 04.11.2026

Schlagwörter

EU, Studie, Agrarflächen, Bodendegradation