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Chile präsentiert ehrgeizige Pläne für den indischen Markt

06. Januar 2026

Chile strebt an, Indien zu seinem drittgrößten Handelspartner aufzubauen – auf Augenhöhe mit den USA und China, so Iván Marambio, Präsident von Frutas de Chile. 

Während einer kürzlichen Handelsmission in Neu-Delhi äußerte sich Marambio „sehr optimistisch“ über die Fortschritte der Verhandlungen zum Umfassenden Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (Cepa), das im Mai 2025 gestartet wurde, um das bestehende Präferenzhandelsabkommen zwischen beiden Ländern zu erweitern, berichtet EastFruit.  

Während des Besuchs führte die chilenische öffentlich-private Delegation unter Leitung von Ricardo Mayer, Generaldirektor für bilaterale Wirtschaftsbeziehungen im Unterstaatssekretariat für Internationale Beziehungen (SUBREI), und Chiles Chefunterhändler Pablo Urria eine Reihe technischer Gespräche mit ihren indischen Partnern.  

Die Verhandlungen zum Cepa-Abkommen schreiten angeblich mit beachtlichem Tempo voran, mit bereits vier Runden in nur sechs Monaten – ein deutliches Zeichen für den großen Einsatz beider Länder.  

Was die Herausforderungen für die chilenische Obstindustrie in Indien betrifft, betonte Marambio, dass Zollsenkungen zwar ein wichtiger Bestandteil des Cepa-Abkommens seien, aber nicht der einzige. „Damit Indien zu einem relevanten Partner wird, braucht es eine umfassende Zusammenarbeit, die auch Marketing- und Förderungsaspekte berücksichtigt“, erklärte er.  

Marambio verwies zudem auf die Höchstgrenzen für Rückstände (MRLs), die Kältebehandlung und logistische Herausforderungen. Zu den MRLs erklärte er, dass Indien den Codex-Alimentarius-Standard nicht automatisch anwendet, sondern die Grenzwerte produktweise prüft: „Dadurch fallen mehrere Produkte unter eine sehr niedrige Standardgrenze, was Vermarktungsprobleme verursacht.“  

Zum Thema Kältebehandlung während des Transports merkte Marambio an: „Indien akzeptiert diese phytosanitäre Maßnahme nicht, die entscheidend für die Qualität und Frische chilenischer Früchte ist. Das stellt selbst für Produkte wie Kirschen, die bereits zollfrei sind, ein Hindernis dar. Daher ist dies ein Bereich, in dem Fortschritte erzielt werden müssen, und wir arbeiten mit den zuständigen Behörden zusammen.“  

Bezüglich der Logistikkette betonte Marambio die Notwendigkeit, angemessene Schiffs- und Luftfrachtdienste sowie eine effiziente Kühlkette in Indien sicherzustellen, da ohne diese „die Wirtschaftlichkeit des Geschäfts mit empfindlichen Produkten wie Kirschen gefährdet ist“.  

„Im Obstsektor werden wir weiterhin daran arbeiten, nichttarifäre Handelshemmnisse abzubauen und einen erfolgreichen Abschluss des Cepa in Bezug auf den Marktzugang für chilenisches Obst zu unterstützen“, erklärte Marambio.


Quelle: EastFruit.com

 

Veröffentlichungsdatum: 06.01.2026

Schlagwörter

Chile, Pläne, Indien, Markt, Verhandlungen, CEPA