Brasilien führt erste zollfreie Traubenlieferungen in die EU durch
Die Obstexporte Brasiliens sind im ersten Halbjahr 2026 um 20 % auf über 619.000 Tonnen gestiegen, wie der Brasilianische Verband der Erzeuger und Exporteure von Obst und Folgeprodukten (Abrafrutas) mitteilt.
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„Der brasilianische Obstsektor erlebt eine Phase starker Expansion. Im ersten Halbjahr 2026 wuchsen die Exporte des Sektors um 20 % und überstiegen die Marke von 619.000 Tonnen Obst.
Ein jüngster Meilenstein war der Versand der ersten zollfreien Traubenlieferungen in die EU, ein Ergebnis des Handelsabkommens zwischen dem Mercosur und dem europäischen Wirtschaftsraum“, so Abrafrutas.
In einem Interview mit CNNAgro News hob Waldyr Promícia, Präsident von Abrafrutas, die Bedeutung dieses Erfolgs hervor und betonte die Rolle institutioneller Partner für die Entwicklung des Sektors.
„Wir müssen klar sagen, dass APEX ein wichtiger Partner von Abrafrutas ist, der uns maßgeblich bei der Vermarktung brasilianischen Obstes im Ausland unterstützt, ebenso wie das Landwirtschaftsministerium bei der Erschließung neuer Märkte“, erklärte er.
Ihm zufolge stellt der Wegfall des Zolls einen Vorteil dar, der direkt dem europäischen Verbraucher zugutekommen und brasilianisches Obst noch wettbewerbsfähiger machen soll.
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Trauben waren das erste brasilianische Obst, für das die Einfuhrzölle auf dem europäischen Markt abgeschafft wurden.
Waldyr Promícia erläuterte, dass Brasilien zuvor gegenüber anderen Ländern, die bereits von Einfuhrzöllen befreit waren, einen Wettbewerbsnachteil hatte: „Wir hoffen vor allem, dass dieser Vorteil der ‚Nullbesteuerung‘ bei den Endverbrauchern und -verbraucherinnen ankommt – dass sie den Preisnachlass erhalten –, damit unsere Früchte zunehmend wettbewerbsfähiger werden und bei dem europäischen Publikum an Wertschätzung gewinnen“, sagte er.
Brasilien ist der weltweit drittgrößte Produzent, belegt jedoch bei den Exporten nur den 23. Platz. Trotz seines Produktionspotenzials exportiert Brasilien nach wie vor nur einen kleinen Bruchteil dessen, was es produziert.
„Wir sind der drittgrößte Obstproduzent der Welt, liegen aber bei den weltweiten Exporten nur auf Platz 23. Wir sind also noch weit davon entfernt, unser volles Potenzial auszuschöpfen“, erklärte der Präsident.
Er betonte, dass alles derzeit exportierte Obst ein erhebliches Wachstumspotenzial aufweist. Brasilien verfügt über genügend Ackerland, um die Produktion zu verdoppeln oder zu verdreifachen, ohne dass dafür Wälder gerodet werden müssen.
Als eine der Früchte mit dem größten Expansionspotenzial nannte Promícia die Limette.

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„In Brasilien gibt es bereits einen umfangreichen Limettenanbau, doch wir exportieren weniger als 10 % unserer Produktion. Würden wir diesen Anteil auf 20 % steigern, stünde das Produkt bereits für den Export bereit. Die Bäume sind gepflanzt, das Angebot ist vorhanden, es fehlt lediglich an der Nachfrage“, erklärte er.
Die Erschließung des nordamerikanischen Marktes – des weltweit größten Abnehmers von Tahiti-Limetten – wurde als eines der Hauptziele des Sektors angeführt.
Phytosanitäre Handelshemmnisse und logistische Herausforderungen bleiben
Zudem bezeichnete der Präsident von Abrafrutas das langsame Tempo der internationalen Handelsverhandlungen als große Herausforderung.
„Internationale Handelsprozesse laufen sehr schleppend ab. Es hat 25 Jahre gedauert, bis das Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur auf den Weg gebracht wurde.“
Neben politischen Fragen und dem Schutz heimischer Märkte in den Importländern gelten auch phytosanitäre Handelshemmnisse sowie logistische Schwierigkeiten bei Lieferungen in Länder wie China und Indien als bedeutende Hürden.
Der Sektor investiert in Forschung, um die Haltbarkeit der Früchte zu verlängern und den Zugang zu weiteren Märkten zu ermöglichen.
Biologische Betriebsmittel gewinnen an Bedeutung
Abrafrutas hat 35 Organisationen der Agrarwirtschaft mobilisiert, um sich für ausgewogene Regelungen bei dem Einsatz biologischer Betriebsmittel einzusetzen.
Promícia erläuterte, dass der Obstbau stark von chemischen Wirkstoffen abhänge, die jedoch zunehmenden Beschränkungen seitens der EU unterliegen.
„Biologische Einsatzmittel sollen diese ersetzen. In den letzten drei Jahren ist die Verwendung biologischer Einsatzmittel in unserem Obstsektor um 70 % gestiegen.“
Seinen Angaben zufolge hinterlassen biologische Einsatzmittel – Pilze und Bakterien, die zur natürlichen Schädlingsbekämpfung entwickelt wurden – keine hohen chemischen Rückstände auf den Früchten, wodurch die Anforderungen internationaler Märkte leichter erfüllt werden können.
Der Verband setzt sich für fundierte und ausgewogene Regelungen ein, diese seien unerlässlich, damit Brasilien seine Führungsposition bei der Anwendung dieser Technologie festigen könne.
Quelle: Abrafrutas.org
Veröffentlichungsdatum: 28.08.2026

