Minijobs sichern, Lohnnebenkosten stabilisieren: HDE formuliert Erwartungen an neuen Arbeitsminister
Der Handelsverband Deutschland (HDE) gratuliert Alexander Schweitzer zur Ernennung zum Bundesminister für Arbeit und Soziales. Gleichzeitig äußert der Verband mit dem Amtsantritt klare Erwartungen an die anstehenden Sozialreformen: Die Lohnnebenkosten müssten stabilisiert, Minijobs erhalten und das Arbeitszeitgesetz modernisiert werden.
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Foto © HDE
„Als Branche unterstützen wir den Reformkurs in der Sozialversicherung ausdrücklich. Punktuelle Korrekturen müssen jedoch möglich bleiben, weil diese Reformen weder Arbeitsplätze noch Wettbewerbsfähigkeit gefährden dürfen.
Die Abgabenlast für Arbeitgeber und Arbeitnehmer darf keinesfalls weiter ansteigen.
Beitragssteigerungen – wie etwa durch die von der Alterssicherungskommission empfohlene gesetzliche Kapitalrente – müssen zumindest auf bestehende tarifliche oder betriebliche Regelungen zur arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge anrechenbar sein, um eine Doppelbelastung dieser Unternehmen zu verhindern“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Die geplante Abschaffung teurer und unnötiger Frühverrentungsanreize wie etwa der sogenannten „Rente mit 63“ sei hingegen völlig richtig.
Bei den Minijobs sieht der HDE dringenden Klarstellungsbedarf.
„Minijobs sind für die Abdeckung von Stoß- und Randzeiten von herausragender operativer Bedeutung für den gesamten Dienstleistungssektor und zugleich bei Millionen Menschen äußerst beliebt.
Eine Überführung in die volle Sozialversicherungspflicht oder eine noch stärkere Verteuerung durch höhere Pauschalabgaben für Arbeitgeber würde absolut unnötig weitere Arbeitsplätze gefährden“, so Genth.
Darüber hinaus spricht sich der HDE für den Erhalt des bewährten Blockmodells – zumal in der Krise – bei der Altersteilzeit aus. Es biete Unternehmen und Beschäftigten eine gute und sozialverträgliche Lösung, insbesondere bei betrieblichen Restrukturierungen.
Zudem fordert der HDE eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. Die starre tägliche Höchstarbeitszeit werde den Anforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt und den Bedürfnissen flexibler Familienmodelle nicht mehr gerecht.
„Wir sprechen uns nachdrücklich für den Umstieg auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit im Rahmen der EU-Arbeitszeitrichtlinie aus.
Eine praxistaugliche Reform muss die bewährte Vertrauensarbeitszeit garantieren.
Eine hochbürokratische und zudem mittelstandsfeindliche Pflicht zur elektronischen Zeiterfassung lehnen wir hingegen ab“, fasst Genth zusammen.
Quelle: HDE
Veröffentlichungsdatum: 15.10.2026

