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Global Coalition of Fresh Produce: Globale Herausforderung im Seehandel anpacken

21. September 2026

Sechs Jahre nach den Auswirkungen von Covid-19 auf die globalen Lieferketten steht die Frischwarenbranche weiterhin vor systemischer Volatilität: geopolitische Schocks, sich verändernde Handelsflüsse und unzuverlässige Versandpläne. 

Diese Belastungen beeinflussen die Frachttarife, Kapazitäten, Zuverlässigkeit und die Integrität verderblicher Waren.


(v.l.n.r.): Ron Lemaire (CPMA), Marc Evrard (Belgian Fruit Valley), Werner van Rooyen (FPEF/SFA), Robert Mant (Kuehne + Nagel) und Ling Ma (Goodfarmer Group). (Foto © Asia Fruit Logistica / GCFP)

Anfang dieses Monats, auf der Asia Fruit Logistica (AFL), versammelte die Global Coalition of Fresh Produce (GCFP) ein Expertengremium, um zu erörtern, wie die Branche gemeinsam Transparenz, Fairness und Effizienz im globalen Versand frischer Produkte verbessern kann.

Moderiert wurde die Diskussion von Ron Lemaire von der Canadian Produce Marketing Association (CPMA). 

Das Gespräch bewegte sich nahtlos von der Frage „Welche Herausforderungen stehen uns heute gegenüber?“ über „Wie könnte ein resilienter Logistik-Ansatz für Frischwaren aussehen?“ bis hin zu „Was können wir konkret tun, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen?“.

An der Diskussion nahmen teil:

  • Ron Lemaire, Canadian Produce Marketing Association (CPMA)
  • Greg Palmer, CPMA und Vorsitzender der Global Coalition of Fresh Produce
  • Ling Ma, Goodfarmer Group (China)
  • Robert Mant, Kuehne + Nagel
  • Marc Evrard, Belgian Fruit Valley
  • Werner van Rooyen, Fresh Produce Exporters’ Forum (FPEF, Südafrika) und Southern Hemisphere Fruit Alliance (SHFA)

Sie erörterten, wie die Branche durch Zusammenarbeit Transparenz, Fairness und Effizienz im globalen Versand frischer Produkte steigern kann.

Die GCFP präsentierte ihre Charta für gute Versandpraktiken, ein grundlegendes Rahmenwerk gemeinsamer Werte und Prinzipien, das den Fokus auf den Versand frischer Waren in der maritimen Logistik legt, um termingerechte und qualitativ hochwertige Lieferungen weltweit sicherzustellen.

Das Highlight der Diskussion war die Vorstellung der Charta der Koalition für gute Versandpraktiken.

Wesentliche Erkenntnisse: 

Greg Palmer, Vizepräsident für Handel und Marktentwicklung bei der Canadian Produce Marketing Association (CPMA) und Vorsitzender der GCFP, betonte die weit verbreitete Sorge der Branche hinsichtlich der Zuverlässigkeit bei der Zustellung der Produkte.

„Eine der größten Herausforderungen ist die Zuverlässigkeit der Versandpartner. Das Fehlen von Produkten im Regal hat enorme Auswirkungen bis hin zum Endverbraucher, der sich dann möglicherweise für nicht-frische Früchte und Gemüse oder sogar stark verarbeitete Lebensmittel entscheidet“, so Palmer.

Gleichzeitig habe die Koalition beobachtet, dass in Asien ein hoher Bedarf an häufigen Lieferungen frischer Waren bestehe.


Greg Palmer, CPMA und Global Coalition of Fresh Produce. (Foto © Asia Fruit Logistica / GCFP)

„Um termingerechte und qualitativ hochwertige Ankünfte zu gewährleisten, entwickelt die Koalition eine freiwillige Charta für gute Versandpraktiken, die den Versand frischer Produkte in der maritimen Logistik priorisiert“, erklärte Palmer.

Ling Ma, Produktmanager bei Goodfarmer Group (China), betonte, dass Importeure proaktive Risikomanagement-Frameworks implementieren müssen, anstatt passiv auf Probleme zu reagieren.

„Die Zuverlässigkeit der Logistik ist zu einem entscheidenden Kriterium bei Einkaufsentscheidungen geworden. Goodfarmer bewertet seine Versanddienstleister nun anhand ihrer Temperaturkontrollfähigkeit, Pünktlichkeit, Containerüberroll-Statistiken und weiterer Kriterien, um den geeigneten Partner für unsere Produkte auszuwählen“, so Ma.

Robert Mant, Vice President für globalen Reefer-Verkauf und Business Development bei Kuehne + Nagel, unterstrich, dass Logistik heute ein zentrales Thema sei, da Kunden zunehmend ihre Beschaffung hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Lieferketten hinterfragen. „Hier findet ein Paradigmenwechsel statt, den wir alle akzeptieren sollten“, fügte er hinzu.

Werner van Rooyen, COO des Fresh Produce Exporters’ Forum (FPEF) Südafrika und Leiter der Arbeitsgruppe Logistik der Southern Hemisphere Fruit Alliance (SHFA), erklärte, dass bewährte Versandpraktiken als Richtlinien für Fairness und Transparenz in der Zusammenarbeit entlang der Logistikkette dienen können.

„Es ist äußerst wichtig, eine Art Benchmark zu haben, an der man sich orientieren kann, um das System nachhaltig zukunftssicher zu gestalten“, so van Rooyen.

Lemaire wies auf erfolgreiche Transparenzprogramme außerhalb der Logistikbranche hin – etwa den britischen Groceries Supply Code of Practice und den kanadischen Grocery Code –, die alle Akteure in den Lieferketten zur Verantwortung ziehen. Er stellte die Frage, ob ein solches System auch im Versand funktionieren könnte.

Marc Evrard von Belgian Fruit Valley stimmte zu und fügte hinzu, dass die jüngste Konsolidierung in der Versandbranche die Notwendigkeit erhöht hat, die Verantwortlichkeiten der großen Gruppen klar zu regeln.

Mant ergänzte, dass auch ein offener und transparenter Dialog über die wahren Ursachen von Verzögerungen geführt werden müsse.

Ein Großteil der Lösung liege darin, Verantwortung zu übernehmen, so Evrard: „Solange jeder Akteur in der Lieferkette – ob Erzeuger, Exporteur, Importeur, Händler, Einzelhändler, Spediteur oder Reederei – Verantwortung übernimmt und sich verpflichtet, könnten viele der aktuellen Probleme vermieden werden. Wir alle sollten den gleichen Standards unterliegen.“


Foto ©  GCFP

Seit Anfang 2026 arbeitet die GCFP intensiv an diesem Konzept mit ihren Mitgliedern: einem grundlegenden, strukturellen Set gemeinsamer Werte, Prinzipien und Leitlinien, das Verhalten und Prozesse in der gesamten Logistikkette steuert, begleitet und unterstützt.

Unter den zentralen Prinzipien von Zusammenarbeit, Transparenz und Integrität wird die Charta das gegenseitige Verständnis fördern, Vertrauen aufbauen und Partnerschaften zwischen den Handelspartnern stärken.

 

Veröffentlichungsdatum: 21.09.2026

Schlagwörter

GCFP, AFL 2026, Diskussion, Herausforderung, Seehandel