Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Vom Anbau bis zum Kunden: Exklusiver Blick hinter die Kulissen der Gemüsevermarktung ZON in Venlo

02. Juli 2026

Im Rahmen des Interreg-Projekts Agropole Innovates organisierte der Brightlands Campus Greenport Venlo gemeinsam mit Agrobusiness Niederrhein e.V. und der Gemeinde Venray eine exklusive Betriebsbesichtigung der niederländischen Erzeugerorganisation ZON. 

Das Unternehmen zählt zu den bedeutendsten Vermarktern landwirtschaftlicher Erzeugnisse in Westeuropa und vertreibt über 120 verschiedene Obst- und Gemüsesorten. 


Besuchergruppe des Agrobusiness Niederrhein bei niederländischer Erzeugerorganisation ZON. (Foto © Agrobusiness Niederrhein)

Mit einem Jahresumsatz von 400 Millionen Euro und einem kontinuierlichen Wachstum – insbesondere im Freilandgemüseanbau – ist ZON ein zentraler Akteur der Branche.

Aktuell bewirtschaften die angeschlossenen Betriebe rund 3.000 Hektar Freilandfläche sowie 450 Hektar Gewächshausfläche. Auch die Belegschaft wächst stetig und umfasst inzwischen 95 Mitarbeitende.

Frische als Prinzip: Logistik auf höchstem Niveau

ZON setzt auf schnelle Vermarktungswege und dadurch frische Ware.  Die Produkte werden abends angeliefert, am nächsten Morgen versteigert und erreichen häufig bereits am Nachmittag den Einzelhandel. Durch diese effizienten Abläufe benötigt ZON kaum Lagerflächen.

Zu den meistverkauften Produkten zählen Gurken, Paprika und Tomaten – täglich werden allein hiervon rund 90.000 Kartons umgesetzt.

Die zehn umsatzstärksten Sorten generieren zusammen etwa 80 Prozent des Jahresumsatzes, darunter Tomaten (ca. 100 Mio. €), Paprika, Gurken, Spargel, Porree, Erdbeeren, Eisbergsalat, Radieschen, Zucchini und Minigurken.

Dank gezielter Winterimporte aus Spanien, Italien, der Türkei und Marokko kann ZON sein Sortiment das ganze Jahr über frisch anbieten. 

Stichprobenartige Qualitätskontrollen – inklusive Laboranalysen auf Pflanzenschutzmittel – sichern die hohe Produktqualität.

Digitale Versteigerung als Erfolgsmodell

Der Großteil der Transaktionen erfolgt über die sogenannte Uhr, das Versteigerungssystem von ZON. Während vor Ort nur noch wenige Plätze verfügbar sind, nehmen täglich 130 bis 140 Käufer online teil. Rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes werden über die Versteigerungen erzielt. 

Nur Account Kunden dürfen die Waren, ohne dass sie über die Uhr läuft, beziehen. Die Preise unterliegen dabei starken saisonalen Schwankungen – Paprika kann je nach Marktlage zwischen 0,25 € und 6 € pro kg kosten.

Strategischer Standort im Fresh Park Venlo

ZON hat seinen Sitz im Hines Fresh Park in Venlo., einem der wichtigsten Logistikzentren für Frischwaren in Westeuropa. 

Die Nähe zur deutsch-niederländischen Grenze, der direkte Autobahnanschluss sowie die Häfen in Antwerpen und Amsterdam ermöglichen schnelle Importe und kurze Lieferwege. 

Im Umkreis von 200 Kilometern leben rund 40 Millionen Verbraucher. 

Partnerschaft mit Erzeugern: Wachstum durch Investitionen

Die Erzeuger stammen überwiegend aus den Niederlanden, ein kleinerer Teil aus Deutschland. ZON verfolgt das Ziel, deren Kosten kontinuierlich zu senken.

Ein besonderes Anreizsystem fördert die Vermarktungsmenge über ZON:

  • Die Abgabe sinkt mit steigender Liefermenge.
  • Pro Jahr zahlen Erzeuger einen Beitrag von 750 €.
  • ZON investiert mithilfe von SIG&F-Fördermitteln gezielt in neue, vielversprechende Technologien. Dieses Modell stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und fördert deren Wachstum.

Moderne Technik für effiziente Verarbeitung

etwa 40 Prozent der Ware wird direkt am Standort in Venlo verladen, der Rest wird beim Erzeuger verpackt und direkt für den Kunden verladen. 

Verpackt wird zu gleichen Teilen in Pappe und Mehrwegkisten – am Tag der Besichtigung war Verpackungsmaterial mit einem Pfandwert von 1,5 Millionen Euro im Umlauf.

In den Hallen setzt ZON auf modernste Technik. Einige Beispiele sind die „Paprikaampel“, die Paprika automatisch nach Farbe und Gewicht sortiert, sowie eine Spargelschälmaschine, die bis zu 600 Kilogramm Spargel pro Stunde verarbeitet und den Spargel automatisch nach Größe sortiert.

Ein starkes Beispiel für moderne Landwirtschaft

ZON zeigt den Besuchern eindrucksvoll, wie Erzeuger und Großhändler erfolgreich zusammenarbeiten und wie moderne Logistik sowie innovative Technologien zum Wachstum der gesamten Branche beitragen.

Das Projekt „Agropole Innovates“, welches durch das Interreg-VI-Programm Deutschland-Nederland unterstützt wird, fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und organisiert regelmäßig Veranstaltungen für interessierte Akteure aus Deutschland und den Niederlanden. 


Über das Projekt „Agropole Innovates“

Partner des Interreg-Projekts Agropole Innovates sind neben Agrobusiness Niederrhein e.V. auch Brightlands Campus Greenport Venlo, die Gemeinde Venray, die Hochschule Rhein-Waal sowie die Unternehmen ISIS IC, Yookr, Baum & Bonheur (früher Baumschule Lappen), Compas Agro, Brand Qualitätsfleisch und Piglets Treatment System. 

Bis August 2026 werden sie gemeinsam ein grenzüberschreitendes Netzwerk im Agrobusiness ausbauen, das Wissenstransfer, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Branche fördert. 

In vier Modellprojekten werden Innovationen zu konkreten Herausforderungen weiterentwickelt. 

Das Projekt wird im Rahmen des Interreg VI-Pro-gramms Deutschland-Nederland durchgeführt und mit 2,025 Mio. Euro durch die Europäische Union, das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW (MWIKE NRW), das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung (MB Niedersachsen), das niederländische Wirtschaftsministerium (EZK) sowie die Provinz Limburg mitfinanziert.

Veröffentlichungsdatum: 02.07.2026

Schlagwörter

Besuchergruppe, Agrobusiness Niederrhein, Erzeugerorganisation ZON, Interreg-Projekt, Agropole Innovates