Forscher entwickeln Hydrogel aus Algen und Garnelenschalen zu Speicherung von Feuchtigkeit in Ackerböden
Ein Forschungsteam der Universität Sevilla, in Spanien, hat ein hydroabsorbierendes Material aus Chitosan und Alginat entwickelt, zwei natürlichen Verbindungen, die aus Krustentierschalen und Algen gewonnen werden.
Es kann das bis zu 60-Fache seines Eigengewichts an Wasser aufnehmen, was genutzt werden könnte, die Bodenfeuchtigkeit in Dürreperioden zu erhalten und zukünftig Nährstoffe kontrolliert an Nutzpflanzen abzugeben, so berichtet Hortoinfo.es.
Im trockenen Zustand verhält sich das Material wie ein poröser Schwamm, im hydratisierten Zustand bildet es ein gelartiges Netzwerk.
Das Projekt bietet eine nachhaltige Alternative zu den synthetischen Hydrogelen, die bereits in der Landwirtschaft und im Gartenbau zur Bodenfeuchtigkeitsspeicherung eingesetzt werden.
Obwohl diese Materialien die Feuchtigkeit effektiv speichern, basieren viele auf Petrochemikalien und weisen in der Natur nur eine begrenzte Abbaubarkeit auf.
In diesem Fall hat das Team die synthetischen Strukturen durch biologisch abbaubare Materialien natürlichen Ursprungs ersetzt, um Zusammensetzungen mit geringerer Umweltbelastung zu erhalten.
„Die Neuheit des Vorschlags liegt im entwickelten Verfahren zur Kombination von Chitosan und Alginat ohne Zugabe weiterer synthetischer Verbindungen. Das bedeutet, dass sich das Hydrogel bei Flüssigkeitszufuhr nicht auflöst und gleichzeitig eine hohe Wasserspeicherkapazität beibehält.
Zukünftig könnte dieses Material mit Düngemitteln oder Mikronährstoffen beladen werden und diese nach und nach in den Boden abgeben“, erklärt Carmen María Granados, Forscherin an der Universität Sevilla.
In der veröffentlichten Studie erläutert das Expertenteam, dass ihre Forschung auf einem wachsenden Problem in der Landwirtschaft basiert: dem Verlust der Bodenfruchtbarkeit, Wasserknappheit und dem langfristigen Einsatz von Agrarchemikalien.
Angesichts dieser Situation werden Hydrogele als kleine Feuchtigkeitsspeicher vorgeschlagen: sie nehmen Wasser bei der Bewässerung oder durch Niederschlag auf und geben es allmählich wieder ab, wenn der Boden austrocknet.
Quelle: Hortoinfo.es
Veröffentlichungsdatum: 02.07.2026

