Werden die flämischen Apfelerzeuger/innen dieses Jahr ihre großen Bestände los?
Die flämischen Apfelerzeuger/innen haben mit einem großen Apfelvorrat zu kämpfen. Der Verbrauch sei seit Jahren rückläufig und aufgrund des Krieges in der Ukraine und im Nahen Osten sind Exporte schwieriger und der Druck auf den europäischen Markt größer, berichtet das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).

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„Wir laufen Gefahr, dass nicht alle Äpfel verkauft werden“, sagt die genossenschaftliche Obst- und Gemüseauktion BelOrta. Obstbauer und -händler Tony Dewael glaubt, dass geringere Ernteerwartungen in Europa eine gewisse Erleichterung bringen. „Aber das macht unser Jahr noch nicht gut.“
Der große Apfelvorrat bereitet Kris Jans, Obstdirektor bei BelOrta, täglich Sorgen. Durch Marketingkampagnen und Verhandlungen mit Supermärkten über Apfelwerbeaktionen unternimmt BelOrta alle Anstrengungen, um Umsätze für flämische Apfelerzeuger/innen zu generieren.
Junge Menschen sind eine wichtige Zielgruppe für die Marketingkampagnen. Vor allem junge Menschen entscheiden sich zunehmend für Beerenobst und verabschieden sich vom klassischen Apfel.
„Wir haben in Europa einen strukturellen Überschuss und aufgrund der geopolitischen Umstände ist dieser in diesem Jahr noch schlimmer“, analysiert Jans den Markt.
„Ein Beispiel ist der Krieg zwischen der Ukraine und Russland, der dazu geführt hat, dass der Vertrieb von Moldawien nach Europa geöffnet wurde. Das erzeugt zusätzlichen Druck auf einem bereits gesättigten Markt“, sagt Jans.
Infolge des Krieges im Nahen Osten sind auch die internationalen Handelsströme gestört. „Die Franzosen und Italiener, große Apfelproduzenten, exportieren daher weniger in diese Länder, was dazu führt, dass dieses Angebot auf dem europäischen Markt landet“, sagt Jans.
30 Prozent mehr auf Lager als im letzten Jahr
Zahlen der World Apple and Pear Association (WAPA) zeigen, dass der Apfelbestand in Belgien am 1. Mai 35.000 Tonnen betrug, gegenüber 19.000 Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 29.05.2026

