EU: Der europäische Obst- und Gemüsesektor steht vor einem äußerst unsicheren Jahr
Wetterextreme und unvorhersehbare Marktprozesse stellen die Akteure des Sektors vor große Herausforderungen. Stefano Lo Casto, Inhaber und Vertriebsleiter des italienischen Unternehmens Lo Casto Srl, sagt, der europäische Obst- und Gemüsesektor steht vor einem sehr unsicheren Jahr, wie der ungarische Fachverband Obst und Gemüse (FruitVeB) berichtet.
Lo Castro erklärt, dass sowohl Produktion als auch Handel stark von extremen Wetterereignissen und zunehmend unvorhersehbaren Marktentwicklungen betroffen sind.
Er führt aus, dass sich die Lage im Dezember 2025 zwar im Vergleich zum Vormonat etwas verbessert habe, die für die Weihnachtszeit typischen Nachfragespitzen und der rege Umsatz jedoch ausblieben. Die ersten Tage des neuen Jahres wurden von starkem Frost begleitet, der in Spanien und Sizilien erhebliche Produktionsausfälle und damit eine gravierende Versorgungslücke verursachte.
Der plötzliche Warenmangel führte zu einem sofortigen Preisanstieg, der die Preise deutlich über den saisonalen Durchschnitt trieb.
Obwohl sich die Situation später etwas stabilisierte, verlangsamten sich viele traditionelle Großhandelsmärkte oder schlossen vorübergehend, während große Supermarktketten weiter versuchten, die Versorgung aufrechtzuerhalten, dies aber angesichts extrem volatiler Preise und unregelmäßiger Warenverfügbarkeit tun mussten.
Das vorübergehende Verschwinden einiger Produkte wirkte sich auch direkt auf das Konsumverhalten aus: Käufer reagierten preissensibler und waren weniger bereit, sich schnell an saisonale Schwankungen anzupassen.
Dies erschwerte die Arbeit der Einzelhändler zusätzlich, insbesondere jener, die Verbindungen zwischen mehreren Regionen herstellen, beispielsweise Erzeuger in Spanien, Frankreich oder Sizilien mit italienischen und anderen europäischen Märkten verbinden.
Obwohl logistische Flexibilität und die schnelle Umstrukturierung der Warenströme wichtige Vorteile darstellen, reichen sie nicht immer aus, um sinkende Produktion und steigende Kosten auszugleichen.
Die Aussichten sind sowohl düster als auch vielversprechend. Laut Lo Casto könnten eine stärkere Fokussierung auf heimische (italienische) Produkte und eine verstärkte Unterstützung der Erzeuger dazu beitragen, den Markt zu stabilisieren und die Verzerrungen abzumildern, die sich negativ auf die gesamte Lieferkette ausgewirkt haben.
Eine der größten Herausforderungen für 2026, so heißt es, wird für die Akteure darin bestehen, mit größerer Planungssicherheit agieren zu können.
Flexibilität und ein tieferes Verständnis für den Markt werden entscheidend dazu beitragen, Kunden zu binden und die Nachhaltigkeit der Unternehmen zu sichern.
Quelle: FruitVeb.hu
Veröffentlichungsdatum: 04.02.2026

