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Weltweite Nahrungsmittelproduktion könnte im nächsten Jahr wegen Düngemittelknappheit um 15% sinken

11. Mai 2026

Die World Farmers' Organisation (WFO, Weltweite Bauernorganisation) hat prognostiziert, dass die globale Nahrungsmittelproduktion bis zum Jahr 2027 um bis zu 15 % sinken könnte, falls sich die durch den Konflikt im Nahen Osten gestörte Düngemittelhandelslage nicht entspannt, so berichtet der ungarische Fachverband Obst und Gemüse (FruitVeB).

Der Präsident der WFO, Arnold Puech d'Alissac, wies darauf hin, dass die Auswirkungen der Krise je nach Region erheblich variieren: Landwirte auf der südlichen Halbkugel befinden sich in einer weitaus schwierigeren Lage, da der Zeitraum zwischen August und Oktober eine entscheidende Phase für den Düngemitteleinsatz darstellt, während Erzeuger auf der nördlichen Halbkugel mehr Zeit für den Einkauf haben.

Stickstoffhaltige Düngemittel sind für etwa die Hälfte der weltweiten Nahrungsmittelproduktion verantwortlich, wobei die meisten Länder auf Importe angewiesen sind. Eine längerfristige Blockade der Straße von Hormus, durch die bis zu 30 % des weltweiten Düngemittelhandels passieren, wirkt sich unmittelbar auf die landwirtschaftliche Produktion aus. 

Die WFO schätzt, dass eine einjährige Verringerung der Düngemittelverfügbarkeit um 30 % zu einem Rückgang der Getreideproduktion um 12,5 bis 15 % führen könnte, verbunden mit dem Risiko erheblicher Preisschwankungen. Die WFO betont jedoch, dass die aktuellen globalen Getreidereserven ausreichen, sodass kurzfristig keine Gefahr einer Krise der Ernährungssicherheit besteht. 

Das Problem wirft vielmehr einen Schatten auf die kommenden Anbausaisons: Die Landwirte entscheiden jetzt über ihre Anbaustruktur, während der Preisanstieg bei Düngemitteln und Diesel die Gewinne leicht zunichtemachen und die Produktion sogar unrentabel werden lassen könnte.

Die Auswahl an Alternativen zum Ausgleich des Düngemittelmangels ist begrenzt. Der vermehrte Anbau von Hülsenfrüchten, wie Erbsen oder Sojabohnen, könnte den Bedarf an Stickstoffdünger verringern. 

Auch die Ausweitung von Weideflächen stellt eine Option dar, erfordert jedoch längerfristige Investitionen. 

Die staatlichen Reaktionen fallen von Land zu Land unterschiedlich aus. Großbritannien versucht, Spekulationen durch die Überwachung der Düngemittelpreise einzudämmen. 

In Frankreich hingegen beklagen die Landwirte, die Unterstützung sei unzureichend, sie erhielten lediglich zinsbegünstigte Darlehen für den Kauf von Düngemitteln und Kraftstoffen. 

Die EU prüft derzeit die Aussetzung der CO2-Abgabe auf Düngemittelimporte.

In Ländern, die Nettoimporteure von Lebensmitteln sind, empfiehlt die WFO den Erzeugern den Abschluss von Festpreis-Verkaufsverträgen mit der Regierung, dies würde sowohl das Einkommen der Landwirte als auch die Versorgung der Verbraucher absichern. 

Die WFO appelliert eindringlich an die Regierungen, koordinierte Maßnahmen zu ergreifen, um eine bezahlbare Versorgung mit Düngemitteln und Energie zu gewährleisten sowie die Markttransparenz zu erhöhen.


Quelle: FruitVeB.hu

 

Veröffentlichungsdatum: 11.05.2026

Schlagwörter

WFO, Weltweit, Nahrungsmittelproduktion, Düngemittelknappheit