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VSSE Bilanz 2026: Spargelsaison so unbeständig wie das Wetter

12. Juni 2026

Witterungsbedingt war die Saison teilweise eine Herausforderung für die Spargelbetriebe: Die kalten und kühlen Nächte im Frühjahr haben das Wachstum zu Beginn der Saison immer wieder ausgebremst, sodass die Saison nur zögerlich an Fahrt aufgenommen hat. 

Während der heißen Tage zu und nach Pfingsten waren die Betriebe sehr gefordert, gute Spargelqualitäten zu erzeugen.


Foto © VSSE e.V. / Christoph Göckel

Die Nachfrage nach Spargel und das Angebot waren meist recht gut im Einklang. Der Trend, Spargel zu den Wochenenden hin, an Wochenenden und an Feiertagen zu kaufen, hat sich weiter fortgesetzt.  

Die durchschnittlichen Verbraucherpreise zeigten sich über weite Strecken stabil und lagen teilweise auf Vorjahresniveau sowie bei knappem Angebot teilweise über dem Vorjahresniveau.


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Der weitere Rückgang an Spargelanbauflächen durch Betriebsaufgaben und Flächenreduktion wird voraussichtlich zu einer etwas geringeren Ertragsmenge in diesem Jahr im Vergleich zum langjährigen Mittel führen. 

Die Spargelsaison endet offiziell am 24. Juni. Bis zum Johannistag können Spargelfans noch das edle Gemüse genießen.


Foto © VSSE e.V. / Jürgen Rösner

„Trotz der anspruchsvollen Saison haben die Betriebe die Ernte bislang dank der Möglichkeiten zur Temperatursteuerung durch Folien gut bewältigt. Sorge bereitet jedoch weiterhin der starke Anstieg der Produktionskosten bei gleichzeitig hohem Preisdruck im Handel. 

Aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit und ungelöster Nachfolgefragen werden weitere landwirtschaftliche Betriebe ihre Produktion aufgeben müssen. Umso wichtiger ist es jetzt, Arbeitgeber und Erntehelfer bei den Sozialabgaben zu entlasten. 


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Die betroffenen Arbeitskräfte können die damit verbundenen Leistungen aufgrund der langen Anwartschaftszeiten in den meisten Fällen kaum oder gar nicht in Anspruch nehmen. 

Darüber hinaus fordern wir die Bundesregierung auf, die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen aus Drittstaaten auszubauen und ihnen den Zugang zur Saisonarbeit in der Landwirtschaft zu erleichtern“, erklärt Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE).


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Durchschnittliche Spargelsaison mit regionalen Unterschieden

„Die Saison ist gut und ruhig verlaufen: Es gab selten zu viel und selten zu wenig Spargel. Auffällig war, dass die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen im Vorjahr starke Auswirkungen auf die Wüchsigkeit des Spargels bei den Betrieben hatte. 

Trockenheit im Herbst tat dem Spargel gut. Wenn es zu viel Regen im Sommer gab, hatte das negative Auswirkungen auf das Spargelwachstum. Es gab zwischen den Betrieben größere Unterschiede als in den anderen Jahren.


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Die große Hitze nach Pfingsten war eine große Herausforderung für die Betriebe, denn bei den hohen Temperaturen war es schwer, durchweg gute Qualitäten zu produzieren“, erklärt Spargelanbauberater Dr. Ludger Aldenhoff.

Für Nordrhein-Westfalen bilanziert Ralf Große Dankbar, Spargelanbauberater an der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: „Wir hatten eine recht regenreiche Saison. Die Witterung hat manchmal etwas auf die Spargelnachfrage gedrückt. 

Die Pfingsttage sind gut gelaufen. Danach gab es dann ein Absatzloch, was aber nicht schlimm war, da sich die Betriebe darauf eingestellt hatten. 

Es waren nur noch späte Spargelanlagen im Ertrag. Insgesamt kann man von einer durchschnittlichen Saison sprechen.“

„Auch in Niedersachsen war die Spargelsaison durchschnittlich. Ostern war leider etwas zu früh in diesem Jahr für den Norden. Die Feiertage sind gut gelaufen. 

In der Direktvermarktung konnten wir die Preise auf dem Vorjahresniveau halten. Der Absatz über den Großmarkt und die Gastronomie war schwierig. Die Qualitäten sind gut. 


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In den letzten Jahren wurden die Anlagen stark verjüngt, indem unwirtschaftliche Flächen aus der Ernte genommen wurden. 

Kleine Betriebe haben den Spargelanbau aufgegeben und verpachten nun ihre Flächen. Der Strukturwandel setzt sich also fort. 

Mittlere und große Betriebe werden zunehmend in Automatisierungs- und Sortiertechnik investieren. 

Robotische Lösungen gewinnen dabei an Bedeutung, insbesondere in der Aufbereitung und Verarbeitung. Im Feld befinden sich viele Technologien noch in der Entwicklung“, resümiert Nils Kraushaar, Spargelanbauberater an der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. 

Meist ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage 

Trotz zeitweise hoher Erntemengen blieb die Marktlage laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) insgesamt ausgewogen. 

Die Nachfrage fiel in der ersten Saisonhälfte vielerorts besser aus als im Vorfeld erwartet, sodass Phasen mit Angebotsdruck meist nur von kurzer Dauer waren. Das Geschäft zu Pfingsten lief oftmals zufriedenstellend. 

Bei anhaltend hoher Sonneneinstrahlung stiegen allerdings auch die Temperaturen in den Dämmen. Auch wenn bereits viele frühe Flächen aus der Produktion genommen wurden, kam es dadurch, und aufgrund des fehlenden Vermarktungstages am Pfingstmontag, regional zu einem gewissen Angebotsdruck. 


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Im Übergang auf den Juni wurden Flächen aus der Produktion genommen, und die Saison neigt sich mit einer ausgeglichenen Marktlage dem Ende entgegen.

Der Rückgang der Anbauflächen in den vergangenen Jahren hat das Risiko längerer Phasen mit starkem Angebotsdruck deutlich reduziert. Dieser Trend dürfte sich laut AMI fortsetzen.

Verbraucherpreise: teils auf Vorjahresniveau – teils etwas höher als die vergangenen Jahre

Die Verbraucherpreise für deutschen Bleichspargel lagen laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) überwiegend auf Vorjahresniveau. In mehreren Wochen wurden leicht höhere Preise als im Vorjahr, und auch höhere Preise als im Durchschnitt der vergangenen Jahre verzeichnet.

Nach Analysen auf Basis von YouGov CP Germany Daten kauften die privaten Haushalte in Deutschland in den Monaten März und April etwas weniger Spargel als im Vorjahreszeitraum. Auch das Mittel der vergangenen drei Jahre wurde in diesem Zeitraum verfehlt. 

Die Daten für den absatzstarken Mai liegen noch nicht vor. Wenn auch einzelne Absatzwege wie die Direktvermarktung oder insbesondere die Großmärkte phasenweise schwächelten, wurde im Geschäft mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bislang meist von einer zufriedenstellenden Nachfrage und einem mitunter höheren Preisniveau als im Vorjahr berichtet.

Veröffentlichungsdatum: 12.06.2026

Schlagwörter

VSSE, Bilanz, 2026, Spargelsaison