Schweizerinnen und Schweizer setzen bei Ernährung auf Information statt Verbote
Die Schweizer Bevölkerung hält mehr Prävention gegen Übergewicht für nötig, steht staatlichen Eingriffen in die Ernährung aber skeptisch gegenüber. Besonders gefragt sind Information, Ernährungskunde und gemeinsame Präventionsprojekte mit der Wirtschaft.
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Das zeigt der 13. Monitor Ernährung und Bewegung von gfs.bern, der im Auftrag der Informationsgruppe Erfrischungsgetränke durchgeführt wurde, berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID).
76 Prozent der Personen, die an der Befragung teilgenommen haben, sind der Meinung, dass die staatlichen Massnahmen gegen Übergewicht nicht ausreichen.
Bei der Frage, wie diese verstärkt werden sollten, stossen allerdings nicht alle Instrumente auf gleich viel Zustimmung.
Je 90 Prozent befürworten Präventionsprogramme für die Risikogruppen sowie gemeinsame Projekte von Staat und Wirtschaft. 89 Prozent sprechen sich zudem für obligatorische Ernährungskunde aus.
Auch mehr Sportunterricht und Werbebeschränkungen für zucker-, salz- und fetthaltige Lebensmittel, die sich an Kinder richten, finden jeweils bei 82 Prozent Zustimmung.
Steuern werden abgelehnt
Bei Steuern und Verboten ist die Zustimmung deutlich geringer. Eine Steuer auf zucker-, salz- und fetthaltige Lebensmittel lehnen 68 Prozent ab, 30 Prozent wären dafür.
79 Prozent der Befragten empfinden eine solche zusätzliche Steuer als ungerecht, weil sie Menschen mit tieferem Einkommen stärker belasten könnte.
72 Prozent bezweifeln zudem, dass sich Ernährungsgewohnheiten durch Steuern verändern lassen.
Auch ein Mindestalter für den Kauf sogenannter «ungesunder» Lebensmittel findet wenig Anklang: Nur 19 Prozent würden eine solche Massnahme befürworten.
Verantwortung sehen viele bei sich selbst
Bei der Frage, wer am meisten zu einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung beitragen kann, stehen die Konsumentinnen und Konsumenten selbst an erster Stelle.
Auf einer Skala von null bis zehn geben ihnen die Befragten 7,3 Punkte.
Dahinter folgen Konsumentenorganisationen mit 6,6 Punkten, Familie und Freunde mit 6,5 sowie die Schulen mit 6,2 Punkten.
Lebensmittelhersteller erreichen 5,2 Punkte, die Getränkebranche 4,7.
Die Befragung zeigt zudem, dass viele Menschen nicht einzelne Lebensmittel als Hauptursache von Ernährungsproblemen betrachten.
63 Prozent sehen die Ursachen eher bei den Essgewohnheiten als bei den Lebensmitteln.
92 Prozent halten zugesetzten Zucker in Lebensmitteln für einen Dickmacher, 93 Prozent fordern von der Lebensmittelbranche, auf sogenannten versteckten Zucker in Fertiggerichten zu verzichten.
Quelle: LID
Veröffentlichungsdatum: 05.10.2026

