„Praxisnah und unbürokratisch“ Neue Anwendung erleichtert digitale Pflanzenschutz-Dokumentation
Das Julius Kühn-Institut (JKI), das Forschungsinstitut für Kulturpflanzen aus dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), hat die Web-App DiPAgE ("Digitale Pflanzenschutz-Anwendungsdaten-Erfassung") veröffentlicht.
Die kostenfreie Anwendung unterstützt berufliche Anwenderinnen und Anwender von Pflanzenschutzmitteln dabei, die neuen EU-Vorgaben zur Dokumentation unkompliziert, elektronisch und maschinenlesbar zu erfüllen.
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Foto © BMLEH
Dazu sagt der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer: "Wer auf dem Acker, im Weinberg oder im Gewächshaus arbeitet, soll nicht unnötig viel Zeit am Schreibtisch verlieren.
Deshalb stemme ich mich auf allen Ebenen gegen neue bürokratische Hürden. Wo aber europäische Vorgaben neue Pflichten schaffen, ist mein Anspruch klar: Die Umsetzung muss so unbürokratisch, praxistauglich und einfach wie möglich sein.
Mit DiPAgE bieten wir für die neuen Aufzeichnungspflichten im Pflanzenschutz eine schlanke und kostenfreie Lösung, die gemeinsam mit der Praxis entwickelt wurde.
Die Daten bleiben dabei dort, wo sie hingehören: in der Hand der Betriebe. Mit dem offenen Datenstandard sorgen wir zudem dafür, dass auch bestehende Systeme die neuen Vorgaben unkompliziert abbilden können."
Praxisnahe Lösung für neue EU-Anforderungen: Seit 2026 gelten erweiterte Anforderungen an die Dokumentation von Pflanzenschutzmittel-Anwendungen.
Ab dem 1. Januar 2027 ist zudem eine elektronische und maschinenlesbare Erfassung gesetzlich verpflichtend.
Um die Umsetzung für die Land-, Forst- und Weinwirtschaft sowie den Gartenbau und die Baumschulen so einfach wie möglich zu gestalten, hat das JKI die Anwendung DiPAgE entwickelt, die HIER kostenfrei verfügbar ist.
Sie ermöglicht die Erfassung aller vorgeschriebenen Angaben und stellt sicher, dass die Daten im rechtlich geforderten Format vorliegen.
Gemeinsam mit der Praxis entwickelt: Um größtmögliche Praxistauglichkeit zu gewährleisten, haben BMLEH und JKI den Entwicklungsprozess durch einen Praxischeck begleitet.
Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden bei der Weiterentwicklung der Anwendung berücksichtigt und vielfach umgesetzt. Ein Ergebnis- und Umsetzungsbericht zum Praxischeck ist hier verfügbar.
Datenhoheit und Sicherheit im Fokus: Ein wichtiger Wunsch aus der Praxis war, dass die Betriebe die Kontrolle über ihre Daten behalten.
DiPAgE kann deshalb ohne Registrierung oder Anmeldung direkt im Browser genutzt werden und ist für alle Kulturen und Betriebsformen ausgelegt.
Eine zentrale Speicherung der Anwendungsdaten beim JKI oder eine Weitergabe an Dritte erfolgt dabei nicht.
Die Daten werden lokal auf dem eigenen Endgerät gespeichert und bleiben vollständig in der Hand der Nutzenden.
Offener Datenstandard auch für bestehende Systeme: Grundlage von DiPAgE ist ein vom JKI entwickelter einheitlicher Datenstandard für Pflanzenschutzmittel-Anwendungsdaten.
Er ist HIER frei verfügbar und kann von Anbietern bestehender Dokumentations- und Farmmanagementsysteme genutzt werden.
Damit können die neuen Anforderungen in unterschiedliche digitale Lösungen integriert werden, ohne dass Betriebe auf ein bestimmtes System festgelegt sind.

Hintergrund:
Für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln durch berufliche Anwenderinnen und Anwender gilt eine Aufzeichnungspflicht.
Grundlage sind die Vorgaben der EU-Verordnung (EG) 1107/2009 und des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG).
Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2023/564 gelten seit 2026 erweiterte Anforderungen an die Dokumentation von Pflanzenschutzmittel-Anwendungen sowie ab dem 1. Januar 2027 die Pflicht zur elektronischen und maschinenlesbaren Dokumentation.
Die Entwicklung von DiPAgE und des zugrunde liegenden IT-Datenstandards erfolgte im Rahmen eines vom IT-Planungsrat geförderten Projekts des JKI.
Quelle: BMLEH
Veröffentlichungsdatum: 25.09.2026

