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Ministerin Staudte: „Druck auf landwirtschaftliche Flächen wird verstärkt“

28. Juli 2026

Der Gesetzentwurf des Bundes zur Novelle des „Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)“ bietet aus Sicht des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums (ML) keine nachhaltigen Lösungen für den Ausbau der Solarenergie und des Biogassektors. 

Vielmehr drohen die Zunahme von Flächenkonkurrenzen, ein Rückschlag für den Moorschutz – und der Verlust von dezentralen Wertschöpfungsketten. 

Darauf hat das ML jetzt den Bund in seiner Stellungnahme zum Gesetzesentwurf hingewiesen.

Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte: „Ministerin Reiche verstärkt mit der Schlechterstellung der Solaranlagen auf Dächern den Druck auf landwirtschaftliche Flächen. 

Auch Freiflächen-Photovoltaikanlagen werden zu Energiewende benötigt werden, aber diese verzeichnen wegen ihres Preisvorteils sowieso schon deutliche Zuwächse. 

Statt Freiflächenanlagen sollten Solaranlagen auf Dächern oder echte Agri-PV-Anlagen in den Mittelpunkt der Förderung gesetzt werden. 

Agri-PV ermöglicht neben der Erzeugung von erneuerbaren Energien die landwirtschaftliche Nutzung auf derselben Fläche. Flächenkonflikte werden so entschärft und regionale Wertschöpfung geschaffen.

Die massive Kürzung der Förderaufschläge führt allerdings leider dazu, dass viele neue Anlagen wirtschaftlich kaum noch realisierbar sind. Hier sollte der Bund ansetzen, statt den Flächenverbrauch zu bevorzugen.“

Nicht nur der Ausbau von Agri-PV müsse priorisiert und finanziell attraktiver gestaltet werden, sondern auch der Ausbau von Moor-PV. Ministerin Staudte: „Die Sondervergütung für Moor-PV muss beibehalten und ausgebaut werden, um Moorschutz und Energiewende gleichzeitig voranzutreiben.“ 

Ministerin Staudte verweist darauf, dass sich sowohl die Agrarministerkonferenz (AMK) als auch die Raumentwicklungsministerkonferenz (RMK) in den vergangenen Jahren mehrfach für einen flächenschonenden Ausbau der Solarenergie ausgesprochen haben. 

Der vorliegende Gesetzentwurf ignoriere diese Beschlüsse – und erzeugt zusätzlichen Druck auf den landwirtschaftlichen Bodenmarkt.

Hintergrund:

Agri-PV kombiniert die Erzeugung von Solarstrom mit landwirtschaftlicher Nutzung auf derselben Fläche. 

Dadurch können Landwirtinnen und Landwirte zusätzliche Einnahmequellen erschließen, während gleichzeitig die Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmittelproduktion und Energiewende reduziert wird. 

Moor-PV ermöglicht die Nutzung von wiedervernässten Mooren und bietet gleichzeitig einen wirtschaftlichen Ausgleich. 

Weil im EEG-Gesetzentwurf die Sondervergütung für Moor-PV gestrichen wird, steht dieser wichtige Baustein für den Klimaschutz vor dem Aus.


Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz

Veröffentlichungsdatum: 28.07.2026

Schlagwörter

Kritik, Entwurf EEG-Gesetz, Solarförderung, Druck, Landwirtschaftliche, Flächen