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Marokko: Knappheit bei Folien hat nachgelassen, aber die Versorgung bleibt ungewiss

27. Oktober 2026

Obwohl der gravierendste Mangel auf dem Markt für Agrarfolien inzwischen der Vergangenheit angehört, bleiben die Stabilität der Lieferketten und die Rohstoffversorgung ein zentrales Thema für den nordafrikanischen Gartenbausektor, wie der Ungarische Fachverband Obst und Gemüse (FruitVeB.hu) berichtet.


Bildquelle: Pixabay

Der akute Mangel an Agrarfolien in Marokko scheint zwar nachzulassen, doch Sektorkreisen zufolge sind die Probleme bei der Rohstoffbeschaffung noch nicht vollständig gelöst. Die Spannungen auf dem Folienmarkt sind vor allem auf den anhaltenden Rohstoffmangel und die Anfälligkeit der Lieferketten zurückzuführen.

Die Krise begann Ende Februar 2026, als ein schwerer Sturm die Region Souss-Massa traf, eines der wichtigsten Anbaugebiete für Gewächshausgemüse in Marokko. 

Das extreme Wetter beschädigte Gewächshausflächen im Umfang von Tausenden Hektar, was zu einem plötzlichen Anstieg der Nachfrage nach Reparaturmaterialien führte. 

Die Erzeuger/innen berichteten bereits von erheblichen Verzögerungen bei der Beschaffung von Folien, zudem mangelte es an Stahldraht, Netzen und den erforderlichen Arbeitskräften.

Verschärft wurde die Lage durch den Ausbruch des Nahostkonflikts in demselben Zeitraum, der die Versorgung mit Rohstoffen für die Herstellung von Kunststofffolien erheblich beeinträchtigte. 

Die Lieferungen von Kunststoffgranulat aus Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten gingen deutlich zurück, während die Rohstoffpreise laut Sektorvertretern um mindestens 50 % stiegen. 

Dieser Kostenanstieg wirkte sich auf die gesamte Lieferkette aus und betraf Händler/innen und Erzeuger/innen gleichermaßen.

Bis April konzentrierten sich die verfügbaren Bestände vor allem auf die Reparatur beschädigter Gewächshäuser in der Region Souss-Massa, während viele Landwirte und Landwirtinnen in anderen Teilen des Landes ihre Einkäufe in der Hoffnung aufschoben, dass die Preise später wieder sinken würden.

Sechs Monate später berichten Marktteilnehmer/innen von einer deutlich entspannteren Lage. 

Das in der Region Souss-Massa ansässige Unternehmen Gdiragri, das ursprünglich Düngemittel, Biostimulanzien und Pflanzenschutzmittel vertrieb, ist inzwischen in den Markt für Agrarfolien eingestiegen. 

Das Unternehmen bietet Gewächshaus- und Mulchfolien an und hat in der Stadt Ouled Taima eine eigene Produktionsstätte errichtet. Dort wird importiertes Kunststoffgranulat verarbeitet, ergänzt durch lokale Produktionskapazitäten.

Nach Angaben des Unternehmens ist der frühere Mangelzustand beende, es gibt weder Lieferengpässe noch die plötzlichen Preissprünge, die noch vor Monaten zu beobachten waren. 

Die begrenzte Verfügbarkeit von Rohstoffen ist jedoch zu einem dauerhaften Marktfaktor geworden. 
Infolgedessen müssen Hersteller und Zulieferer regelmäßig mit Lieferverzögerungen rechnen und diesen Umstand in ihre Geschäfts- und Logistikplanungen einbeziehen.


Quelle: FruitVeB.hu

 

Veröffentlichungsdatum: 27.10.2026

Schlagwörter

Marokko, knappheit, Gewächshausflächen, Agrarfolien