Macfrut: Avocado im Rampenlicht und KI im Feld als strategische Ressource für den Obstanbau
Der zweite Tag der Macfrut 2026, der internationalen Fachmesse für die Obst- und Gemüsekette im Rimini Expo Centre in Italien, stand ganz im Zeichen von Avocado und Künstlicher Intelligenz im Feld.

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Avocado: Europäischer Pro-Kopf-Verbrauch steigt in 10 Jahren von 0,8 auf 1,8 kg
Am zweiten Tag stand die Avocado im Mittelpunkt. Über den Markt und die Produktion dieses immer beliebter werdenden Obstes sprach Shelly Vorster, Geschäftsführerin der World Avocado Organisation (WAO).
Sie wurde von Zdenek Honsa von Rolik Group und Karolis Lasys von Mangu Manguas aus Litauen ergänzt.
Vorster betonte die Bedeutung der Bewusstseinsbildung bei den Konsumenten, da der europäische Pro-Kopf-Verbrauch in den letzten zehn Jahren von 0,8 kg auf 1,8 kg gestiegen ist.
In Italien erreichte der Konsum im Jahr 2025 1,12 kg pro Kopf, was die wachsende Beliebtheit der Avocado bei italienischen Verbrauchern bestätigt.
Die Preise in Italien sind derzeit die höchsten in Europa, was eine Herausforderung darstellt, um neue Käufer zu gewinnen.

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Um den Konsum weiter zu steigern, plant die WAO, die Vorteile des Avocado-Verzehrs über die populären sozialen Medien – insbesondere TikTok für Rezepte und praktische Tipps – sowie durch Presseartikel und spezielle Informationskampagnen bekannt zu machen.
Am häufigsten wird die Avocado zum Mittag- und Abendessen konsumiert, während das Wochenende beim Frühstück die wichtigste Gelegenheit bleibt.
Abschließend sagte Vorster, dass der italienische Markt stetig wächst: Rund 55.000 Tonnen werden jährlich im Einzelhandel verkauft (CIRAD), was einem Zuwachs von 28 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht, während die Einzelhandelspreise um 12 % gestiegen sind.
Im zweiten, abschließenden Teil des Panels wurden vier bedeutende Fallstudien vorgestellt. Matteo Lesma, Category Manager bei Spreafico; Arturo Medina Castro, Direktor von Perus Prohass; Leah Sonkoi Maja, Vizepräsidentin der Kenyan Fresh Produce Exporters Association (FPEAK); sowie Osmar Benitez, Executive Vice President der Junta Agroempresarial Dominicana, teilten Einblicke in ihre Organisationen.

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Daten, IoT und Künstliche Intelligenz: Strategische Werkzeuge im Obstanbau
Durch den Einsatz von Sensoren im Boden und an den Pflanzen sowie die kontinuierliche Überwachung von Produktionsdaten und Umweltbedingungen wird die Sammlung von Echtzeitdaten ermöglicht.
Diese Technologien basieren auf dem „Internet of Thing“ (Internet der Dinge, IoT) und werden in Kombination mit Datenanalyse und KI zu einem strategischen Faktor für Obst- und Gemüsegroßunternehmen hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit.
Dieses Thema wurde in einem Workshop behandelt, der gemeinsam mit der Polytechnischen Universität Turin und der Universität Bologna organisiert wurde.
Matteo Golfarelli, Gründer des Master-Studiengangs Digitale Transformation und Dozent für Data Driven AI an der Universität Bologna, konzentrierte sich auf den technologischen Wandel, der die Landwirtschaft derzeit erfasst.
„Für manche eine Chance, für andere eine Herausforderung – es ist vor allem die Art und Weise, wie die Daten erhoben werden, die darüber entscheidet, ob konkrete Ergebnisse und Kosteneinsparungen erzielt werden können“, betonte er.
„Um die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten, sind neben technischen Fähigkeiten auch Organisation und eine Strategie notwendig, die Daten und agronomisches Wissen integriert.“
Danilo Demarchi, Gründer des Master-Studiums für AgriTech Engineering und Dozent für IoT in der Landwirtschaft an der Polytechnischen Universität Turin, präsentierte Beispiele innovativer IoT-Systeme zur Datenerfassung im Feld.
Er betonte, dass die reine Datensammlung nicht ausreicht: Sie muss präzise, auf soliden Grundlagen basieren und wirklich nützlich sein.
Heute gibt es Sensoren, die direkt an Pflanzen getragen oder im Boden installiert werden können – intelligente und flexible Geräte, die Kosten und Verbrauch senken helfen.
Auch praktische Anwendungen im Feld wurden vorgestellt, darunter die Früherkennung von Stress, Multi-Sensorkonzepte zur Überwachung von Blättern, Stängeln sowie Boden- und Umweltbedingungen.
Giorgio Alfei, Practice Director Big Data & Cloud bei Horsa Insight, präsentierte die Fallstudie von Spreafico, das eine IoT-Plattform eingeführt hat, um unterschiedliche Systeme und Protokolle integriert zu steuern.
Dadurch konnten Ineffizienzen, Abfälle und Verzögerungen durch ein flächendeckendes Sensornetz reduziert werden, was letztlich die Rentabilität und Nachhaltigkeit verbessert.
Veröffentlichungsdatum: 24.04.2026

