LWK Niedersachsen: Grüne Branche - Gemeinsamer Einsatz für Fachkräfte
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) und die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit (BA) haben eine wegweisende Kooperationsvereinbarung geschlossen, um den Fachkräftebedarf in der Land- und Forstwirtschaft nachhaltig zu sichern.
Angesichts des demografischen Wandels und der zunehmenden Digitalisierung ist die Sicherung qualifizierter Fachkräfte eine zentrale Herausforderung für die rund 25.000 Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, des Gartenbaus und der Fischerei in Niedersachsen.

Um genügend Fachkräfte für die grüne Branche zu gewinnen, bündeln die LWK und die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit ihre Beratungs- und Qualifizierungs-Möglichkeiten. ( Foto © Andreas Teichler)
Potenziale noch effektiver nutzen
Regionaldirektion und LWK verfolgen das Ziel, alle verfügbaren Potenziale noch effektiver zu nutzen: von inländischen Arbeitskräften über Menschen mit Migrationsgeschichte bis hin zu Fachkräften aus Drittstaaten und Saisonarbeitskräften aus der EU.
„Mit Digitalisierung und Automatisierung allein lässt sich der Fachkräftemangel nicht ausgleichen – nur durch eine enge und koordinierte Zusammenarbeit mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit können wir die Wettbewerbsfähigkeit der niedersächsischen Land- und Forstwirtschaft erhalten und jungen wie erfahrenen Menschen attraktive Perspektiven bieten“, betonte Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit: „Der größte Fehler ist zu glauben, dass sich der Fachkräftemangel mit dem aktuell zahlreichen Stellenabbau in der Industrie erledigt hat. Nach wie vor sind Fachkräfte in vielen Betrieben gesucht. Die demografische Entwicklung stellt uns vor große Herausforderungen. Seit diesem Jahr scheiden in Niedersachsen Jahr für Jahr mehr Menschen aus dem Arbeitsleben aus, als eintreten. Hinzu kommt ein großer Qualifizierungsbedarf durch den technologischen Wandel. Diese Herausforderungen wollen wir gemeinsam fokussiert angehen.“
Die Vereinbarung zwischen LWK und der BA-Regionaldirektion umfasst zahlreiche Handlungsfelder, die direkt zur Fachkräftesicherung beitragen sollen:
Berufsorientierung und Ausbildung
Gemeinsame Informationsveranstaltungen zu grünen Berufen, die Nutzung der LWK-Plattform „Talente gesucht“ sowie das neue BA-Portal „meinBERUF“ sollen Jugendlichen den Einstieg in Agrar-, Forst- und Gartenbauberufe erleichtern. Zudem werden Praktikumsplätze aktiv beworben und durch Förderinstrumente wie die Assistierte Ausbildung (AsA) oder die Einstiegsqualifizierung (EQ) unterstützt.
Inklusion und Integration
Die Kooperationspartner setzen sich für die Integration von Menschen mit Behinderungen und Migrationsgeschichte ein. Projekte wie „Begleitung in inklusive Ausbildung und Arbeit (BiAA)“ sowie die Zusammenarbeit mit der Einheitlichen Ansprechstelle für Arbeitgeber (EAA) stärken die Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Um dem demografischen Wandel umfassend zu begegnen, wird die gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten gefördert. Dabei verpflichten sich beide Partner zu fairen Rekrutierungsprozessen nach internationalen Standards.
Qualifizierung und Weiterbildung
Durch gemeinsame Weiterbildungsverbünde und Förderprogramme sollen Betriebe und Beschäftigte fit für den Wandel in der Agrarbranche gemacht werden. Unter anderem wurde vereinbart, dass die Regionaldirektion die LWK über aktuell vorhandene Förderinstrumente der Qualifizierungsoffensive informiert, welche die LWK dann an die Praxisbetriebe weitergibt. Jede Förderung ist eine Ermessensleistung, die nach Beratung durch die lokale Agentur für Arbeit für den individuellen Einzelfall entschieden wird.
Große Bedeutung für das Agrar-Bundesland Nummer eins
Die Vereinbarung ist ein starkes Signal für die Sicherung der Arbeitskräftebasis in der niedersächsischen Landwirtschaft. Sie trägt dazu bei, die Attraktivität der grünen Berufe zu steigern und die regionale Wirtschaft zu stärken. „
Die Landwirtschaft ist ein zentraler Pfeiler unserer Versorgung und unseres ländlichen Raums“, betonte Dr. Bernd von Garmissen, Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Mit dieser Kooperation schaffen wir Perspektiven für Betriebe und Beschäftigte gleichermaßen.“
Johannes Pfeiffer: „Mit dieser Kooperation setzen wir unsere Strategie fort, in Niedersachsen bei allen Herausforderungen gemeinsam Lösungen zu entwickeln und Chancen zu nutzen. Unser Ziel ist es, alle Ressourcen zu bündeln und den Fachkräftebedarf in Niedersachsen bestmöglich zu decken.“

Die Kooperationsvereinbarung gilt zunächst bis Ende 2027. Beide Partner wollen die Öffentlichkeit regelmäßig über Fortschritte und gemeinsame Projekte informieren.
Weitere Informationen.
Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Veröffentlichungsdatum: 14.01.2026

