Gemeinsame Forschung der Lebensmittel- und Logistikbranche Lebensmittel- und Transportrechts-Institut an der Hochschule Bremerhaven gegründet
Vermutlich hat jede:r diese bekannte Erziehungsphrase bereits gehört: „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“ Auch wenn die Eltern und Großeltern dies vermutlich anders gemeint haben, zeigt der Satz, dass auch in der Lebensmittelbranche Transport und Logistik wichtige Themen sind.
An der Hochschule Bremerhaven wurde nun das Lebensmittel- und Transportrechts-Instituts (LTRI) gegründet.
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Die Institutsleitung (v.l.): Prof. Dr. jur. Tobias Eckardt, Prof. Dr. rer. nat. Deborah Wenk und Prof. Dr.-Ing. Henning Strubelt. (Foto © Hochschule Bremerhaven / Nadine Metzler)
Dabei soll die Expertise der beiden Bereiche in gemeinsamen Forschungsprojekten verknüpft werden. Synergien nutzen – das war das erklärte Ziel bei der Gründung des Lebensmittel- und Transportrechts-Instituts.
„Bisher existierten die Forschungs- und Lehrbereiche Food Science im Fachbereich 1 sowie Transport und Logistik im Fachbereich 2 an unserer Hochschule weitgehend isoliert voneinander.
Hier setzt das LTRI an: Durch die Bündelung fachübergreifender Kompetenzen werden innovative Lösungen für die Herausforderungen der modernen Lebensmittelversorgung und -logistik ermöglicht.“ sagt Prof. Dr.-Ing. Henning Strubelt, Professor für Lagerplanung, Lagertechnik & Lagerorganisation.
Lösungen für die gesamte Lieferkette
„Beide Thematiken sind in der Praxis eng miteinander verwoben – etwa bei der Frage der Nachhaltigkeit, der Digitalisierung von Lieferketten oder der Sicherheit von Lebensmitteln während des Transports. Die angestrebten Lösungen für die gesamte Lieferkette sind ohne diesen kooperativen Ansatz kaum denkbar“, ergänzt Prof. Dr. jur. Tobias Eckardt, Professor für Rechtswissenschaften.
Ein erstes Forschungsprojekt wurde bereits im HAW-Forschungsakzente-Programm des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt eingereicht: Das Projekt MAUS soll ein lieferkettenweites Konzept für das Management von Schadnagern in der Lebensmittelindustrie entwickeln – vom Bauernhof bis zum Supermarkt.
„Hintergrund ist ein anstehendes Verbot der präventiven Beköderung mit Antikoagulanzien (BUD), was laut Verbänden der Lebensmittelindustrie die Einhaltung der Hygienepflichten substantiell gefährden könnte“, erklärt Prof. Dr. Deborah Wenk, Professorin für Lebensmittelchemie im Studiengang Food Science.
Für das Projekt arbeitet das LTRI derzeit mit verschiedenen Großunternehmen zusammen. Aber auch KMU sind für die geplanten Feldstudien sowie für Round-Table-Formate herzlich willkommen. Ziel von MAUS ist die Erarbeitung eines lieferkettenweiten Leitfadens zur Schadnagerbekämpfung“, so Prof. Dr. Deborah Wenk.
Die Aktualität und Komplexität des Themas zeigt sich in einer aktuellen Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikoanalyse, nach der eine Prüfung der wirklich allgemeinen betrieblichen Umsetzbarkeit in der Praxis bisher kaum eine Berücksichtigung gefunden habe.
Auch die 22. Verbraucherschutzministerkonferenz hatte wegen des Wegfalls der BUD die wirksame und sichere Schädlingsbekämpfung im Sinne des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und der Ernährungssicherung auf dem Programm.
Interessierte an MAUS oder dem LTRI können sich bei den Mitgliedern Prof. Dr. jur. Tobias Eckardt, Prof. Dr.-Ing. Henning Strubelt oder Prof. Dr. rer. nat. Deborah Wenk melden.
Quellen:
- BfR; https://www.bfr.bund.de/assets/01_Veröffentlichungen/Stellungnahmen_deutsch/nachbesserungs-und-abstimmungsbedarf-beim-verbot-befallsunabhaengiger-dauerbekoederung.pdf
- verbraucherschutzministerkonferenz.de
Quelle: Hochschule Bremerhaven
Veröffentlichungsdatum: 22.07.2026

