KÖLLA: Zwischen Europa und Übersee - Italien, Peru und Brasilien prägen den Saisonwechsel
Die europäische Traubensaison befindet sich in ihrer zweiten Hälfte. Aktuell prägen die mittleren und späten italienischen Sorten das Marktgeschehen. Für KÖLLA liegt der Fokus dabei insbesondere auf der weiteren Entwicklung der Qualität, der Verfügbarkeit wichtiger Premiumsorten sowie der weiteren Entwicklung der Überseeprogramme.

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Die aktuelle Situation wird von den Produzenten und Marktteilnehmern insgesamt positiv bewertet.
Die verfügbaren Mengen liegen zwar unter den außergewöhnlich hohen Erträgen der vergangenen Saison, bewegen sich jedoch auf einem guten und erwarteten Niveau.
Gleichzeitig präsentieren sich die Trauben in einer Qualität, die sowohl den Anforderungen des Handels als auch den Erwartungen der Produzenten entspricht.
Hitze prägt die Saison
Eine der zentralen Herausforderungen der diesjährigen Saison waren die außergewöhnlich hohen Temperaturen in den italienischen Anbaugebieten.
Der Sommer zählt in vielen Regionen zu den heißesten der vergangenen Jahre.
Die anhaltende Hitze führte zunächst zu Verzögerungen in der Reifeentwicklung vieler mittel- und spätreifender Sorten.
Inzwischen konnte ein Großteil dieses Rückstands jedoch aufgeholt werden.
Gleichzeitig zeigt sich, wie stark die Qualität von den weiteren Wetterbedingungen abhängig bleibt. Hohe Temperaturen in Verbindung mit erhöhter Luftfeuchtigkeit stellen die Bestände weiterhin vor Herausforderungen.
Bislang haben sich die klimatischen Bedingungen jedoch nicht negativ auf die Vermarktungsqualität ausgewirkt.
Autumn Crisp bleibt die Referenz im Premiumsegment
Im Bereich der kernlosen Trauben steht insbesondere eine Sorte im Mittelpunkt der aktuellen Vermarktung: Autumn Crisp.
Die Sorte nimmt inzwischen einen bedeutenden Anteil an der italienischen kernlosen Produktion ein und ist vor allem im Premiumsegment fest etabliert.
Produzenten und Vermarkter berichten von einer stabilen Situation hinsichtlich Qualität, Verfügbarkeit und Nachfrage.
Auch bei den dunklen kernlosen Sorten zeigt sich ein breit aufgestelltes Sortiment.
Die verschiedenen Varianten verfügen über unterschiedliche geschmackliche Eigenschaften, werden jedoch insgesamt als gut vermarktungsfähig eingestuft.
Anders stellt sich die Situation bei den kernhaltigen Trauben dar. Hier wird die Qualität als sehr gut beschrieben, die verfügbaren Mengen fallen jedoch geringer aus.
Hintergrund ist die in den vergangenen Jahren rückläufige Zahl entsprechender Produktionsflächen.

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Markt bleibt stabil
Die Erntemengen liegen aktuell unter den außergewöhnlich hohen Volumina der vergangenen Saison, bewegen sich jedoch auf einem Niveau, das von Produzenten und Vermarktern erwartet wurde.
Auch die Qualität der aktuell verfügbaren Ware wird durchweg positiv bewertet. Insbesondere bei Premiumsorten wie Autumn Crisp berichten Marktteilnehmer von einer stabilen Situation hinsichtlich Verfügbarkeit und Vermarktung.
Die weitere Marktentwicklung wird in den kommenden Wochen maßgeblich vom Verlauf der italienischen Spätsaison sowie den ersten Überseeprogrammen beeinflusst werden.
Italien bildet die Brücke zum Saisonwechsel
Eine besondere Rolle kommt den italienischen Spätsorten im Hinblick auf den Übergang zur Übersee-Saison zu.
Nach aktueller Einschätzung werden Standardsorten aus Italien noch bis etwa Mitte November verfügbar sein.
Zu den wichtigsten Sorten dieser Vermarktungsphase zählen auf der hellen Seite unter anderem Sugar Crisp, Kelly und Autumn Crisp sowie bei den roten Sorten Allison, Carlita, Timco und Scarlotta.
Im Premiumsegment wird sogar von Verfügbarkeiten bis mindestens Mitte Dezember ausgegangen. Damit übernimmt Italien erneut eine wichtige Funktion als Bindeglied zwischen der europäischen Saison und den ersten relevanten Übersee-Ankünften.
Der Übergang zur Überseesaison wird in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit erfordern. In Nordperu, der ersten wichtigen Herkunftsregion der neuen Kampagne, rechnen Produzenten aufgrund der Auswirkungen von El Niño mit Ernteverlusten von rund 15 bis 20 Prozent.
Zusätzlich werden Einschränkungen bei Kalibern und Beerengrößen erwartet. Gleichzeitig entwickelt sich die Saison früher als üblich.
Die ersten Ernten beginnen bereits in den kommenden Tagen, sodass erste Ankünfte in Europa ab Kalenderwoche 43 erwartet werden.
Parallel dazu werden italienische Spätsorten voraussichtlich noch bis weit in den November verfügbar sein.
Auch aus Brasilien wird aufgrund veränderter Handelsströme mit zusätzlichen Volumen für den europäischen Markt gerechnet.
Damit zeichnet sich für die kommenden Wochen eine Marktphase ab, in der mehrere Ursprünge parallel im Markt aktiv sein werden.
Während Nordperu unter den Auswirkungen von El Niño steht, werden die Regionen Ica, Pisco und Arequipa derzeit deutlich positiver eingeschätzt. Dort wird aktuell von einer weitgehend normalen Ernte ausgegangen.

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Einschätzung und Ausblick
Die zweite Hälfte der italienischen Traubensaison entwickelt sich bislang insgesamt positiv. Die Qualitäten sind gut, wichtige Premiumsorten stehen in ausreichenden Mengen zur Verfügung und die klimatisch bedingten Verzögerungen konnten weitgehend aufgeholt werden.
Gleichzeitig bleibt die weitere Entwicklung stark von den Wetterbedingungen der kommenden Wochen abhängig.
Insbesondere späte Sorten reagieren sensibel auf Veränderungen bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Aus heutiger Sicht ist die Grundlage für einen geordneten Übergang von Europa zu den Übersee-Ursprüngen jedoch gegeben.
Die italienischen Spätsorten werden dabei erneut eine zentrale Rolle spielen und den Markt bis weit in den Herbst hinein mit hochwertigen Tafeltrauben versorgen.
Besondere Aufmerksamkeit dürfte in diesem Jahr der Übergangsphase zwischen Europa und Übersee zukommen.
Während italienische Spätsorten voraussichtlich länger verfügbar bleiben, werden die ersten südamerikanischen Programme früher als üblich im Markt erwartet.

„Dadurch könnte sich die Überschneidung beider Herkünfte im November und Dezember spürbar ausweiten und das Zusammenspiel von Angebot, Nachfrage und Preisentwicklung maßgeblich beeinflussen.“
Veröffentlichungsdatum: 07.10.2026
Peru exportiert von Januar bis August Trauben im Wert von 745,6 Mio. USD

