Italien: Umfassende europäische Strategie für Auswirkungen der Klimakrise auf die Landwirtschaft erforderlich
Dem italienischen Verband CIA - Agricoltori Italiani zufolge hat der Sektor bereits Verluste von mehr als 2 Milliarden EUR durch Ernteausfälle und verlorene Arbeitszeit erlitten.
Der diesjährige Sommer hat erneut verdeutlicht, wie schwer es für die europäische Landwirtschaft zunehmend ist, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen, während die Einkommen der Landwirte und die Stabilität der Betriebe auf dem Spiel stehen, wie der Ungarische Fachverband Obst und Gemüse (FruitVeB.hu) berichtet.

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Im Juli und August lagen die täglichen Höchsttemperaturen in Italien an zwei von drei Tagen über 35 °C, während die Niederschlagsmengen in den nordwestlichen Regionen fast 50 % unter dem üblichen saisonalen Durchschnitt blieben.
Die extreme Hitze und der Wassermangel trafen die Kulturen in ihren kritischsten phänologischen Entwicklungsstadien, daher könnten die Ernteerträge rund 15 % unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen, ein Niveau, das mit den Jahren 2003 und 2022 vergleichbar ist.
Auf europäischer Ebene ist das Problem noch weiter verbreitet: Die Erträge bei Obst, Gemüse und Trauben könnten allesamt deutlich unter die historischen Durchschnittswerte fallen.
In Gebieten ohne Bewässerung könnten die Ernteausfälle bis zu 50 % betragen.
Der Verband CIA ist der Ansicht, dass es nicht ausreicht, jedes Jahr mit isolierten Krisenmaßnahmen zu reagieren, und dass nationale oder regionale Interventionen der Schwere der Lage nicht gerecht werden können.
Erforderlich ist eine umfassende Strategie auf europäischer Ebene, die die Anpassung an den Klimawandel in den Mittelpunkt der nächsten Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stellt.
Dies setzt flexiblere Mittel, schnellere und wirksamere Instrumente des Risikomanagements sowie strukturwirksame Investitionen in Forschung, die Entwicklung widerstandsfähiger Sorten, Bewässerungsinfrastruktur und Wassermanagement voraus. Die Organisation hofft, dass bei dem bevorstehenden informellen Rat für Landwirtschaft und Fischerei in Dublin erste konkrete Antworten gefunden werden.
Cristiano Fini, Präsident des CIA auf nationaler Ebene, betonte, dass die Klimakrise nicht mehr nur die Ernteerträge beeinträchtige: Zusammen mit den gestiegenen Düngemittel- und Energiekosten berge sie Risiken für die Wirtschaft, die Produktion und die Ernährungssicherheit, ihre inflationären Auswirkungen würden in den kommenden Monaten spürbar werden.
Laut Fini benötigt die GAP für die Zeit nach 2027 Instrumente und angemessene Ressourcen, die nicht nur die Bewältigung, sondern auch die Vermeidung von Schäden ermöglichen und die Betriebe bei der Anpassung wirksam unterstützen.
Quelle: FruitVeB.hu
Veröffentlichungsdatum: 21.09.2026

