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Italien: Tag der Lebensmittelsicherheit – 128 Alarme in vier Monaten, mehr Kontrolle und Transparenz bei der Herkunft gefordert

11. Juni 2026

In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 kam in Italien laut Coldiretti fast täglich eine Meldung zu einem Lebensmittelskandal. „Insgesamt wurden 128 Vorfälle im Zusammenhang mit importierten Produkten registriert – ein Anstieg von 24 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres“, berichtet Coldiretti basierend auf ihrer Analyse der RASFF-Daten (europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel), veröffentlicht am Welttag der Lebensmittelsicherheit am 7. Juni.


Bildquelle: Pixabay

Zu den gemeldeten Fällen zählen unter anderem Walnüsse und Pistazien aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei, Iran, den USA und Aserbaidschan, die mit Aflatoxinen kontaminiert waren und die erlaubten Grenzwerte überschritten. 

Ebenso betroffen sind Chili, Oliven und getrocknete Tomaten aus Tansania, Ägypten, Kenia und Indien, die mit verbotenen oder grenzwertüberschreitenden Pestiziden belastet waren.

Kontrollmaßnahmen entlang der Lieferkette stärken

„Die Daten bestätigen die strategische Bedeutung, die Kontrollen entlang der gesamten Lieferkette zu verstärken – beginnend bei Häfen, Anlegestellen und Grenzübergängen, durch die jährlich Millionen Tonnen Produkte für den italienischen Markt transportiert werden. Lebensmittelsicherheit ist eines der wichtigsten Elemente zum Schutz der Verbraucher und für die Sicherung der Qualität landwirtschaftlicher Produkte“, so Coldiretti.

Herkunftsangaben und Transparenz – zentrale Themen

„Lebensmittelsicherheit darf nicht bei den Kontrollen enden. Verbraucher müssen das Recht auf klare Informationen zur Herkunft der Produkte haben, die sie kaufen und verzehren.“ 

Aus diesem Grund erneuert Coldiretti die Forderung nach der Einführung von verpflichtenden Herkunftskennzeichnungen auf europäischer Ebene für alle Lebensmittel. Über 1 Million Unterschriften wurden bereits an die EU-Gesundheitskommissarin übergeben.

Zudem fordert Coldiretti, das Prinzip der letzten wesentlichen Verarbeitung, wie es derzeit im Europäischen Zollkodex vorgesehen ist, zu überwinden. Laut Coldiretti erlaubt die aktuelle Gesetzgebung, dass ausländische Produkte nach einfacher Verarbeitung im Bestimmungsland formal „Made in Italy“ werden. 

„Diese Praxis wurde während der Mobilisierung von 10.000 Landwirten am Brennerpass deutlich gemacht und birgt die Gefahr, Verwirrung bei den Verbrauchern zu stiften und landwirtschaftliche Betriebe zu benachteiligen, die tatsächlich auf nationaler Ebene produzieren.

„91 % der Italiener wollen die Herkunft ihrer Lebensmittel wissen“

Laut einer Umfrage von Coldiretti und Censis halten 91 % der Italiener es für unerlässlich, die Herkunft ihrer Lebensmittel zu kennen. 

Sie sind überzeugt, dass die Herkunft eines Produkts eine der wichtigsten Faktoren bei Kaufentscheidungen ist.

Die Forderung von Coldiretti betrifft sowohl den Gesundheitsschutz als auch die Unterstützung der italienischen Landwirte. 

„Lebensmittelsicherheit zu verteidigen bedeutet, Verbraucher und landwirtschaftliche Betriebe gleichermaßen zu schützen. Viele italienische Unternehmen konkurrieren mit Produkten aus Ländern, die den Einsatz von Pestiziden, Produktionsmethoden und Umweltstandards erlauben, die in der EU verboten sind. Ein ausgeglichenes Regelwerk und transparente Herkunftsangaben sind daher essenziell, um fairen Wettbewerb und gleiche Bedingungen zu gewährleisten.“

„Eine strategische Herausforderung für Europa“

„Lebensmittelsicherheit ist heute eine der großen strategischen Herausforderungen Europas. Um sie zu bewältigen, sind verstärkte Grenzkontrollen, vollständige Transparenz bei der Herkunft der Produkte, Handelsregeln nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit sowie eine stärkere Förderung authentischer ‚Made in Italy‘-Landwirtschaftsprodukte notwendig.“ 

„Nur so können wir den Bürgern informierte Entscheidungen und den Landwirten eine faire Anerkennung ihrer Arbeit garantieren“, so Coldiretti.

Was fordert Coldiretti bei der Kennzeichnung: Die Einführung verpflichtender Herkunftsangaben für alle in der EU verkauften Lebensmittel.

 

Quelle Coldiretti.it

 

Veröffentlichungsdatum: 11.06.2026

Schlagwörter

Italien, Lebensmittelsicherheit, mehr Kontrolle, Transparenz, Herkunft