Italien / Coldiretti Bio: Rekordimporte ausländischer Bioprodukte – Kennzeichnung dringend erforderlich
„Rekordmengen an Bioprodukten von außerhalb der EU kommen an und erreichen italienische Tische, wobei für 2025 ein Anstieg der Importe um 26 % erwartet wird, was eine Gesamtmenge der Einfuhren aus dem Ausland von über 300 Millionen kg ergibt“, so sagt Coldiretti.

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Der Verband warnt vor „besorgniserregenden Auswirkungen auf die Transparenz für die Verbraucher/innen“ sowie vor „unlauterem Wettbewerb“ zulasten italienischer Erzeuger/innen.
Dies geht aus einer Analyse von Coldiretti Bio hervor, die auf den jüngsten Daten der Europäischen Kommission basiert.
„Von Obst und Gemüse bis zu Olivenöl, von Getreide wie Weizen bis zu Gewürzen, täglich überquert eine Flut von Produkten nationale Grenzen, um unter dem Logo mit der grünen Flagge mit dem Schriftzug ‚Nicht-EU-Landwirtschaft‘ vermarktet zu werden. Oft ist dieser Hinweis in schwer erkennbarer Schrift aufgedruckt, was zu einem eklatanten Mangel an Transparenz für die kaufenden Bürger/innen führt.“
„Es besteht zudem die Gefahr, dass die Schwemme billiger ausländischer Erzeugnisse hochwertige italienische Produkte letztlich verdrängt, den Wachstumstrend bei den Anbauflächen umkehrt und Italien von einem Erzeuger zu einem Importeur macht“, erklärt Coldiretti Bio.
„Und das, obwohl Italien europaweit führend ist: mit fast 90.000 Betrieben, 2,5 Millionen Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche und einem Anteil von über 20 % an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche hat sich das Land zugleich zu dem drittgrößten Importeur Europas entwickelt, noch vor Belgien und nur hinter den Niederlanden und Deutschland.“
Herkunftskennzeichnung und Reziprozität
„Es ist dringend geboten, eine klare Herkunftskennzeichnung auf Etiketten einzuführen, auch für Bio-Produkte, und das Prinzip der vollständigen Gegenseitigkeit (Reziprozität) anzuwenden. So wird sichergestellt, dass Produkte aus Drittstaaten dieselben Umwelt-, Gesundheits- und Produktionsstandards erfüllen, die auch von europäischen Landwirten und Landwirtinnen verlangt werden.“
„Bis das von dem Landwirtschaftsministerium angekündigte italienische Bio-Siegel in Kraft tritt, ist es entscheidend, bei dem Kauf auf Bio-Produkte mit klar ausgewiesener italienischer Herkunft zu achten sowie kurze Lieferketten, Direktvermarktung und Bauernmärkte zu fördern und damit eines der wichtigsten Aushängeschilder des italienischen Agrar- und Lebensmittelsektors ‚Made in Italy‘ zu unterstützen.“
Quelle: Coldiretti
Veröffentlichungsdatum: 10.07.2026

