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„Obst- und Gemüseexporte entwickeln sich positiv“ Handelsdefizit reduziert: Österreichs Agrarexporte behaupten sich

28. Oktober 2026

Die vorläufigen Daten der Statistik Austria zum österreichischen Agraraußenhandel (Zollkapitel 1–24) zeigen eine leichte Verbesserung der Handelsbilanz. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Wert der Agrarexporte leicht auf 8,73 Milliarden Euro (+1 Prozent). 

Gleichzeitig gingen die Importe zurück, wodurch sich das Agraraußenhandelsdefizit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 394 Millionen Euro verringerte. 


Foto © AMA Marketing

Die Exportmenge blieb mit rund 5,17 Millionen Tonnen nahezu unverändert und lag sogar leicht über der Importmenge. 

Besonders positiv entwickelten sich die Ausfuhren von Äpfeln, Rindfleisch, Geflügel, fermentierter Milch sowie Käse.

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich Österreichs Agrar- und Lebensmittelwirtschaft auch in einem herausfordernden Umfeld auf internationalen Märkten gut behauptet. 

Besonders erfreulich sind die steigenden Exportmengen bei Obst und Gemüse, Fleisch sowie Milchprodukten. 
Gleichzeitig sehen wir, dass unsere Lebensmittel nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern gefragt sind. 

Darin liegen wichtige Chancen für unsere Betriebe. 

Entscheidend ist, die hohe Qualität, die nachvollziehbare Herkunft und die Leistungen unserer Bäuerinnen und Bauern auch über die Landesgrenzen hinaus sichtbar zu machen und damit langfristig neue Absatzmöglichkeiten zu schaffen“, betont Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing.

Deutschland bleibt wichtigstes Exportland

Auch die Agraraußenhandelsbilanz mit Deutschland fällt positiv aus. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte Österreich Agrarprodukte im Wert von 3,35 Milliarden Euro in das Nachbarland.

Gleichzeitig sanken die Einfuhren aus Deutschland um 4 Prozent auf 3,07 Milliarden Euro. 

Daraus ergibt sich ein Handelsüberschuss von 283 Millionen Euro – deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

„Beim Export nach Deutschland profitieren wir von der geografischen Nähe, der gemeinsamen Sprache und ähnlichen Konsumgewohnheiten. 

Dazu kommt die enge Verbindung über den Tourismus: Viele deutsche Gäste lernen österreichische Lebensmittel und Spezialitäten während ihres Urlaubs kennen. 

Daran können wir im Exportmarketing anknüpfen und die Qualität unserer Produkte auch im deutschen Handel sichtbar machen“, sagt Mutenthaler-Sipek.

Italien, Niederlande und Tschechien gewinnen als Exportmärkte an Bedeutung

Die Europäische Union ist weiterhin der zentrale Markt für Österreichs Agrarwirtschaft. Im ersten Halbjahr 2026 gingen mehr als 80 Prozent aller Agrarexporte in die Europäische Union. 

Deutschland lag mit 3,35 Milliarden Euro und einem Anteil von 38,4 Prozent klar an erster Stelle.

Auf Platz zwei der wichtigsten Abnehmerländer folgt Italien mit rund 931 Millionen Euro. 

Dahinter reihen sich Ungarn, die Niederlande, die Schweiz und Tschechien ein. 

Während die Ausfuhren nach Deutschland nahezu unverändert blieben (-0,5 Prozent), konnten andere europäische Märkte zulegen. 

Italien verzeichnete ein Plus von 4,3 Prozent, die Niederlande von 6 Prozent und Tschechien von 9,9 Prozent.

Die AMA-Marketing unterstützt mit gezielten Exportmarketingmaßnahmen die Positionierung regionaler Produkte auf internationalen Märkten. 

Unter der Dachmarke „Land der Berge“ stehen die Qualität und Besonderheiten dieser Produkte im Mittelpunkt. 

Zu den Aktivitäten rund um die Marke zählen unter anderem Kommunikationskampagnen, Handelskooperationen und internationale Messeauftritte.


Foto © AMA Marketing

Obst- und Gemüseexporte entwickeln sich positiv

Auch bei pflanzlichen Lebensmitteln gibt es positive Entwicklungen. Zu den wertmäßig bedeutendsten Ausfuhrprodukten zählen zubereitetes Obst und Gemüse mit rund 590 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026.

Die Gemüseausfuhren stiegen mengenmäßig um 19,6 Prozent und wertmäßig um 5,2 Prozent auf 128,3 Millionen Euro. 

Bei Obst erhöhte sich das Exportvolumen um 17,8 Prozent, gleichzeitig legten die Erlöse um 13,9 Prozent auf 161,1 Millionen Euro zu.

Apfelexporte erholen sich deutlich

Auffällig ist der kräftige Anstieg bei Äpfeln. Nach einem schwächeren ersten Halbjahr 2025 wurden heuer wieder deutlich größere Mengen ins Ausland geliefert. 

Mit knapp 24.800 Tonnen lag das Exportvolumen um 56,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. 

Der Warenwert erhöhte sich um 63,5 Prozent auf 25,3 Millionen Euro.

Veröffentlichungsdatum: 28.10.2026

Schlagwörter

Österreich, Agrarexporte, Halbjahr 2026, O&G, Apfelexporte