G7-Agrarministertreffen: Gemeinsamer Schulterschluss in Zeiten geopolitischer Schocks
Im Rahmen der französischen G7-Präsidentschaft sind die Agrarministerinnen und Agrarminister der G7 und der europäische Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung am 19. Oktober 2026 in Paris zusammengekommen.
Ziel war es, die Diskussion über die Stärkung der Nachhaltigkeit und Resilienz der Agrar- und Nahrungsmittelsysteme und insbesondere über das Nährstoffmanagement in der Landwirtschaft und die Bodengesundheit zu vertiefen.

Bundesminister Rainer: G7-Treffen wichtiger Stabilitätsanker in Zeiten großer Unsicherheiten. (Foto © BMLEH)
Bereits auf dem Agrarministertreffen am 8. Juni dieses Jahres hatten sich die Agrarministerinnen und Agrarminister darüber ausgetauscht, wie angesichts steigender Düngemittelpreise und angespannter Lieferketten Landwirtinnen und Landwirte kurzfristig unterstützt werden können.
Auf dem Treffen in Paris berieten sich die Ministerinnen und Minister auch über die mittel- und langfristigen Lösungen, um dem Landwirtschaftssektor bei der Bewältigung der Krisen zu helfen.
Der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, erklärte: "Gerade in Zeiten geopolitischer Schocks und wirtschaftlicher Unsicherheiten ist der enge Schulterschluss der G7-Agraraminister ein Stabilitätsanker.

Foto © BMLEH
Wir sind uns einig: Verlässliche Partnerschaften, offene Märkte und eine enge Kooperation in der Wissenschaft sind von entscheidender Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unserer Land- und Ernährungswirtschaft.
Wir brauchen Resilienz, wir brauchen ökonomische Widerstandskraft. Und diese beginnt bei gesunden Böden und reicht hin bis zu stabilen Lieferketten.
Um die Unabhängigkeit und Resilienz im Bereich Pflanzenschutz zu stärken, besuchte ich erst kürzlich als erster Landwirtschaftsminister überhaupt die EFSA in Parma, um für mehr Tempo beim Genehmigungsverfahren in Europa zur sorgen.
Damit neue resiliente Lösungen früher bei den Betrieben ankommen.
Wir haben uns darauf verständigt, dass Deutschland dafür seine fachliche Expertise und seine Zusammenarbeit – bei effizienteren Verfahren und bei neuen Ansätzen wie dem Einsatz von Drohnen für möglichst präzisen Pflanzenschutz – einbringen wird.
Da uns das Thema Resilienz so wichtig ist, legen wir den Fokus beim nächsten Global Forum for Food and Agriculture – GFFA im Januar 2027 in Berlin ganz konkret auf Fragen der ökonomischen Resilienz.
Unter dem Titel ‚Resiliente Agrarwirtschaft vom Feld bis zum Weltmarkt‘ werden wir uns mit der Verfügbarkeit von Betriebsmitteln und hier insbesondere die Düngemittelverfügbarkeit, dem freien, regelbasierten Handel und der Diversifizierung von Lieferketten befassen.
Ebenso stehen Wissenschaft, Innovation und Technologie in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Fragen der Lebensmittelsicherheit und der Tier- und Pflanzengesundheit auf der Agenda.“
Die französische Ministerin kündigte an, dass das nationale Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt INRAE am 3. und 4. Dezember 2026 einen Dialog ausrichten werde, an dem hochrangige Agrarwissenschaftler aus den G7-Staaten teilnehmen werden.
Diese Veranstaltung hat zum Ziel, gemeinsame Prioritäten, Forschungsbedarf und Kooperationswege in den Bereichen Bodengesundheit und Nährstoffmanagement zu identifizieren.
Außerdem werden sich die hochrangigen Veterinärvertreter der G7 am 19. und 20. November in Paris treffen, um über biologische Bedrohungen sowie Herausforderungen in Zusammenhang mit Desinformation bzw. Fehlinformation zu diskutieren, mit denen die Veterinärdienste konfrontiert sind.
Bei einem bilateralen Gespräch von Bundesminister Rainer mit dem Minister für Landwirtschaft und Agrarernährung Kanadas, Heath MacDonald, unterzeichneten die beiden Minister eine gemeinsame Erklärung zur Intensivierung der gegenseitigen Handelsbeziehungen. Bundesminister Rainer plant im nächsten Jahr Kanada zu besuchen.
Am Rande des G7-Agrarministertreffens besuchte Bundesminister Rainer zudem die internationale Lebensmittelmesse "Salon International de l`Alimentation (SIAL)“.
Deutschland setzt mit knapp 45 Ständen aus den Bereichen Milch, Fleisch, Feinkost, Getränke und Snacks auf eine starke Messepräsenz. An dem vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) organisierten deutschen Gemeinschaftsstand hat sich der Bundesminister mit Ausstellerinnen und Ausstellern ausgetauscht.
Die Agrar- und Ernährungswirtschaft gehört zu den exportstärksten Branchen in Deutschland.
2025 beliefen sich die deutschen Agrarexporte insgesamt auf rund 102,5 Mrd. Euro. Die Beteiligung an Messen und Ausstellungen im Ausland ist eines der wichtigsten und effektivsten Instrumente des Exportmarketings der deutschen Wirtschaft.
Deswegen hat das BMLEH die Mittel im Jahr 2026 für Messen – zu denen auch das Auslandsmesseprogramm zählt – um 2,3 Mio. Euro auf insgesamt 12,5 Mio. Euro aufgestockt.
Quelle: BMLEH
Veröffentlichungsdatum: 20.10.2026

