In Handelsabkommen mit Drittländern Europäische Tomatenerzeuger fordern Gegenseitigkeit
Die Tomaten-Kontaktgruppe aus Frankreich, Italien, Portugal und Spanien, die sich kürzlich in Torres Vedras, Portugal, getroffen hat, analysierte unter anderem das EU-Marokko-Abkommen und die Zukunft des europäischen Tomatenhandels, wie der spanische Verband FEPEX berichtet.
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„Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Notwendigkeit eines Binnenmarktes mit gleichen Wettbewerbsbedingungen für alle Akteure, auch für solche von außerhalb der EU. Dies ist entscheidend für die Nachhaltigkeit des EU-Tomatensektors.“
„Die Disparität zwischen den von der EU für Erzeuger geforderten Pflanzenschutz-, Arbeits- und
Sozialstandards, die in den Drittländern, aus denen die Importe kommen, nicht gelten, führt zu unfairem Wettbewerb. Dadurch werden die EU-Erzeuger zunehmend weniger wettbewerbsfähig“, so die Leiter der spanischen Delegation, die an dem Treffen teilnahmen.
Sie betonten außerdem, dass das EU-Marokko-Abkommen dem spanischen Sektor bereits schweren Schaden zugefügt und Spanien als führenden Tomatenlieferanten der EU verdrängt habe.
„Dieser Schaden wird durch die Änderung des Assoziierungsabkommens vom 2. Oktober noch verschärft, da sie es der Produktion aus der Sahara ermöglicht, von den Handelsvorteilen zu profitieren, die der marokkanischen Produktion gewährt werden – und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Produktion in diesem Gebiet voraussichtlich um 1000 % steigen und bis 2030 13.000 Hektar erreichen wird, wobei 85 % davon für die EU bestimmt sind.“
„Darüber hinaus werden Produkte aus der Sahara auf eine für den Verbraucher verwirrende Weise etikettiert, wodurch EU-Vorschriften umgangen werden und Obst und Gemüse aus diesem Gebiet gemäß der am 26. November verabschiedeten Änderung der Verordnung 2023/2429 über Vermarktungsnormen mit den Namen der Herkunftsregionen gekennzeichnet werden dürfen.“
„Die spanische Delegation betonte in der Kontaktgruppe die entscheidende Bedeutung der Zusammenarbeit, um die Ratifizierung des Änderungsantrags zu dem Assoziierungsabkommen EU-Marokko durch das Europäische Parlament zu verhindern“, so FEPEX.
Die Initiative „Wir Tomaten Europa,Verratet die EU-Tomate nicht“ wurde den anderen Organisationen ebenfalls vorgestellt, wie FEPEX informiert. „Die Initiative zielt darauf ab, die EU-Tomatenproduktion zu verteidigen und von der EU eine faire und kohärente Handelspolitik zu fordern, die mit den Werten des EU-Projekts im Einklang steht.“
Weitere wichtige Herausforderungen für den Produktionssektor wurden ebenfalls angesprochen, wie der Mangel an Pflanzenschutzmitteln und Arbeitskräften. Faktoren, die die Erzeuger in den vier Ländern betreffen und für den Erhalt der Ernte in der EU von entscheidender Bedeutung sind.
Quelle: FEPEX
Veröffentlichungsdatum: 25.02.2026

