Europa: Deutlicher Rückgang der Kartoffelanbauflächen
Die von der North-Western European Potato Growers (NEPG) in Reaktion auf die Überproduktion in Europa angeregten Flächeneinsparungen scheinen nun Wirklichkeit zu werden – fast alle wichtigen Anbauländer melden Rückgänge.
Nach der Warnung vor über einem Jahr haben die europäischen Kartoffelproduzenten endlich gehandelt: Die von der NEPG geforderten Flächensenkungen scheinen sich durchzusetzen, berichtet der ungarische Fachverband Obst und Gemüse (FruitVeB).
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Offizielle Zahlen belegen einen Rückgang bei der Anbaufläche für Speisekartoffeln von etwa 11 %, insbesondere in Belgien (-16,6 %), den Niederlanden (-15,1 %) und Deutschland (-9,7 %), ebenso in Frankreich.
Die Landwirte haben erkannt, dass der einzige Weg, den Markt zu stabilisieren, eine Reduktion der Anbaufläche ist, und haben verantwortungsbewusst im Interesse eines ausgeglicheneren Vermarktungsjahres entschieden.
Das Saison 2025/26 war besonders schwierig: Wochen- und monatelang wurden die Produzenten mit Spotpreisen unter 2 €/100 kg konfrontiert – ein Niveau, das seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde.
Die niedrigen Vertragsangebote für die kommende Saison verstärkten die Unsicherheit zusätzlich, wodurch die Landwirte ihre Fruchtfolgen neu überdenken mussten.
Obwohl andere Ackerfrüchte – Getreide, Gemüse, Raps, Lein – keine besonders attraktiven Alternativen boten, entschieden sich die Produzenten dennoch für eine Reduktion der Anbaufläche für Kartoffeln.
Im Saison 2026 wird in den NEPG-Mitgliedsländern mit einem Rückgang der Kartoffelfläche um 67.000 Hektar auf insgesamt 536.900 Hektar gerechnet – nach 604.100 Hektar im Vorjahr.
Der Flächenschnitt scheint somit sicher, doch hinsichtlich der Erntemenge ist noch nichts entschieden.
Das Wetter in den kommenden Monaten wird entscheidend sein. Die Erträge und die Qualität bleiben unsicher, insbesondere aufgrund der Hitzewelle Ende Juni.
Auch die Ex-Vertragspreise bereiten Sorgen: Verarbeiter bieten derzeit etwa 12,50 € pro 100 kg an, und viele Landwirte sahen sich gezwungen, diese Verträge zu unterschreiben.
Diese Preise spiegeln jedoch nicht die stetig steigenden Produktionskosten wider – Dünger, Kraftstoff, Strom, Maschinen – und könnten die Existenz vieler Betriebe gefährden.
Laut NEPG bedroht diese Vertragsgestaltung langfristig die gesamte Branche, einschließlich der Verarbeitungsindustrie.
Die Nachhaltigkeit des Sektors kann nur durch ausgewogene Vertragsbeziehungen gesichert werden, die die wirtschaftliche Situation der Produzenten wirklich berücksichtigen und ihnen ein angemessenes Einkommen garantieren.
Quelle: FruitVeB.hu
Veröffentlichungsdatum: 15.07.2026
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