EU-Tomatenproduktion wird wegen steigender Importe auf fast 600.000 Tonnen bis 2035 voraussichtlich abnehmen
Es wird erwartet, dass sich der EU-Tomatensektor in dem kommenden Jahrzehnt unterschiedlich in den Segmenten Frischwaren und industrielle Verarbeitung entwickeln wird, wie aus dem Agrarausblick 2025-2035 der EU-Kommission hervorgeht.
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Das sinkende Angebot innerhalb der EU bei gleichzeitig steigender Nachfrage führt zu einer stärkeren Abhängigkeit von Tomatenimporten seitens der EU, so berichtet Fructidor.
Die Produktion frischer Tomaten in der EU wird voraussichtlich nach und nach zurückgehen, worin sich die schrumpfenden Anbauflächen in mehreren Erzeugerländern und der Druck durch steigende Kosten widerspiegelt.
Zwar wird eine moderate Ertragssteigerung erwartet, diese wird den Rückgang der Anbaufläche jedoch nicht vollständig ausgleichen. Daher wird die Gesamtproduktion frischer Tomaten in dem Prognosezeitraum voraussichtlich leicht sinken.
Im Gegensatz dazu dürfte die Produktion von Tomaten für die industrielle Weiterverarbeitung ansteigen, unterstützt durch kontinuierliche Investitionen in Verarbeitungskapazitäten und eine stabile industrielle Nachfrage.
Der Bericht zeigt, dass der EU-Verarbeitungssektor strukturell stärker bleiben wird als der Frischtomatensektor, was zur Stabilisierung der gesamten Tomatenmengen beiträgt.
Unterschiedliche Konsumtrends
Trotz der geringeren Frischtomatenproduktion wird die Nachfrage nach Tomaten in der EU voraussichtlich steigen. Es wird erwartet, dass der Konsum frischer Tomaten bis 2035 um rund 7 % zunehmen, bedingt durch veränderte Verbrauchervorlieben, darunter eine höhere Nachfrage nach Naschvarianten und verbraucherfreundlichen Sorten.
Da die inländische Frischtomatenproduktion sinkt, während der Konsum steigt, wird die EU voraussichtlich zunehmend auf Importe angewiesen sein. Dem Bericht zufolge wird für die Nettoimporte von Frischtomaten in die EU ein stetiger Anstieg erwartet und sie werden bis 2035 fast 600.000 Tonnen pro Jahr erreichen.
Dies spiegelt eine zunehmende strukturelle Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage innerhalb der EU wider.
Die Exporte dürften weitgehend stabil bleiben und im Vergleich zu den Importen nur ein begrenztes Wachstumspotenzial aufweisen, was die Position der EU als Nettoimporteur von Frischtomaten mittelfristig stärkt.
Die EU-Kommission kommt zu dem Schluss, dass der EU-Tomatenmarkt weiterhin nachfrageorientiert sein wird, wobei Tomaten für die industrielle Verarbeitung an Bedeutung gewinnen und Importe eine zunehmend wichtige Rolle für den Ausgleich des Frischmarktes spielen. Der Sektor wird bis 2035 eher durch strukturelle Veränderungen als kurzfristige Schwankungen geprägt sein.
Source: Fructidor.com
Veröffentlichungsdatum: 06.01.2026

