BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie 08/26 Ernährungsindustrie verzeichnet auch im Mai einen Umsatzrückgang
Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnete im Mai 2026 preisbereinigt einen Umsatzrückgang von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Auslandsumsatz sank preisbereinigt um 3,6 Prozent; der Inlandsumsatz ging gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,3 Prozent zurück.
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Konjunktur
Die Lebensmittelhersteller erzielten insgesamt einen nominalen Umsatz von 18,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Davon entfielen 11,9 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft, ein Minus von 5,1 Prozent.
Der nominale Auslandsumsatz belief sich auf 6,7 Milliarden Euro und lag damit 8,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Die Ausfuhrpreise sanken um 5,6 Prozent, während die Inlandsverkaufspreise um 2,9 Prozent zurückgingen.
Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex lag 4,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. Dieser Index misst die reale Produktionsmenge und ist um Preisveränderungen bereinigt.
Rohstoffmärkte
Agrarrohstoffe und Energie zählen zu den zentralen Kostentreibern in der Lebensmittelproduktion. Preissteigerungen in diesen Bereichen schlagen oft mit zeitlicher Verzögerung auf die gesamte Wertschöpfungskette durch und beeinflussen letztlich auch die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.
Agrarrohstoffe
Die Preise auf den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten werden maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt.
Der FAO Food Price Index – als Barometer für weltweite Nahrungsmittelpreise – sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten daher als wichtige Frühindikatoren für die weitere Preisentwicklung.
Im Juli stieg der FAO Food Price Index auf 131,1 Punkte. Dies entspricht einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Drei der fünf Teilindizes legten zu: Den stärksten Anstieg verzeichnete der Preisindex für Zucker mit 5,9 Prozent, gefolgt von Getreide mit 3,2 Prozent und pflanzlichen Ölen mit 2,0 Prozent.
Rückläufig entwickelten sich dagegen Fleisch mit einem Minus von 2,5 Prozent sowie Milchprodukte mit minus 1,0 Prozent.
Im Mai lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 1,5 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 13,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse sanken im Monatsvergleich um 0,7 Prozent und lagen im Jahresvergleich 10,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dabei lag der Preisindex für Tomaten 28,2 Prozent über dem Vorjahreswert, während der Preisindex für Speisekartoffeln 53,5 Prozent darunter lag.
Die Preise für Produkte tierischer Herkunft sanken im Mai gegenüber dem Vormonat um 2,0 Prozent und lagen im Jahresvergleich um 15,9 Prozent niedriger. Deutlich gestiegen ist hingegen der Preisindex für Eier, der gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,6 Prozent zulegte. Der Preisindex für Milch gab im Vorjahresvergleich um 25,3 Prozent nach.
Energierohstoffe
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts entwickelten sich die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Mai wie folgt: Die Preise für Erdgas in verflüssigter oder gasförmiger Form stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent.
Der Preisindex für Erdöl sank um 8,0 Prozent, während der Preisindex für Braunkohle um 6,3 Prozent stieg. Die Erzeugerpreise für Erdgas lagen damit rund 221 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.
Ausblick: Geschäftsklima
Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtiger Indikator für die Stimmung und Erwartungen in der Ernährungsindustrie.
Im Juli verbesserte sich der Index gegenüber dem Vormonat deutlich. Der Saldo des Geschäftsklimas stieg um 8,2 Punkte von -24,8 Punkten im Juni auf -16,6 Punkte im Juli.
Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich: Der entsprechende Saldo stieg um 6,7 Punkte von -21,5 auf -14,8 Punkte.
Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate fielen ebenfalls positiver aus. Der Erwartungssaldo erhöhte sich um 9,8 Punkte auf -18,3 Punkte.
Der Anteil der Unternehmen mit rückläufigen Geschäftserwartungen überwiegt jedoch weiterhin: Während 8,5 Prozent der Befragten mit einer Verbesserung rechnen, erwarten 26,8 Prozent eine Verschlechterung.

Infografik © BVE
Konsumklima und Verbraucherpreise
Das GfK-Konsumklima ist ein zentraler Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Im Juli stieg der Index von minus 29,7 auf minus 29,3 Punkte.
Für August wird mit einer leichten Verschlechterung auf minus 29,6 Punkte gerechnet.
Im Juni 2026 sanken die allgemeinen Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Auch die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke gingen im gleichen Zeitraum um 0,6 Prozent zurück.

Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise um 0,6 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat.
Quelle: BVE
Veröffentlichungsdatum: 12.08.2026

