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Coldiretti: Landwirtschaft durch außergewöhnliche Hitze in Italien stark betroffen

16. Juli 2026

Die außergewöhnliche Hitzewelle und der Wassermangel belasten die italienische Landwirtschaft zunehmend schwer, mit der Gefahr, die Sommer- und Herbsternte zu gefährden.“ 


Bildquelle: Pixabay

Dies geht aus der von Coldiretti erstellten Karte hervor, die eine zunehmende Notlage visualisiert – vor allem in den zentral-nördlichen Regionen, in denen Gemüse, Obst, Mais, Soja, Oliven unter erheblichem druck stehen.  

„In manchen Gebieten besteht sogar die Gefahr, dass die Maisernte vollständig ausfällt. Die Verluste bei Soja werden auf bis zu 40 % geschätzt, bei verschiedenen horticulturellen Kulturen drohen Ertragsrückgänge von bis zu 20 %. Hinzu kommen steigende Bewässerungs- und Energiekosten sowie der zunehmende Druck auf die Wasserressourcen, so Coldiretti.“ 

Die Organisation erinnert daran, dass die Investitionen in den Ausbau der Regenwasserspeicherung dringend beschleunigt werden müssen. „Dazu gehören der Bau eines Netzes von Speichertanks mit Pumpanlagen, die Stärkung der Bewässerungsinfrastruktur und die Reduzierung von Netzverlusten.“

„Derzeit speichert Italien nur etwa 11 % seines Niederschlagswassers – eine unzureichende Quote, um die Wasserversorgung für Landwirtschaft, Bevölkerung und Wirtschaft angesichts immer extremerer Wetterereignisse zu sichern.“  

Piemont und Lombardei: Kulturen in Gefahr

„Am kritischsten ist die Lage in Norditalien, beginnend mit Piemont, wo bereits eine Dürrewarnung ausgesprochen wurde. Die stetig steigenden Temperaturen und der drastische Niedrigstand bei den Niederschlägen gefährden die Landwirtschaft in der Region erheblich.“ 

„Von Obst- und Gemüseprodukten über Haselnüsse bis hin zu Wiesen und Weideflächen sind zahlreiche Kulturen betroffen. Die Verluste werden bereits auf 30 % bis 40 % geschätzt, doch ohne Niederschlag könnten sie schnell auf 70-80 % steigen. Die Situation ist so ernst, dass viele Landwirte gezwungen sind, zu entscheiden, welche Kulturen weiterhin bewässert werden, um andere zugunsten einer Grundversorgung aufzugeben.“  

„Auch Lombardei steht vor einer zunehmend kritischen Lage. Extreme Hitze beeinflusst Mais und Tomaten – bei frühen Sorten sind die Erträge bereits um 10 % reduziert, während bei mittelfrühen Sorten Verluste von bis zu 40 % drohen.“  

Veneto, Trentino und Emilia-Romagna: Gemüse, Mais und Soja unter Druck

„In Veneto beschleunigen hohe und lang anhaltende Temperaturen die Reifung der Kulturen. Notbewässerungen können die Auswirkungen der Dürre nicht immer ausgleichen, was die Kosten weiter erhöht.“  

„Im Raum Bologna sind die Zwiebelernte um rund 20 % geringer. In den Hügelregionen leiden auch Weinberge, Aprikosen und Pflaumen. In der Gegend von Reggio Emilia sind zudem Gewächshaus-Wassermelonen betroffen.“  

„In Ligurien setzen Hitze und Dürre Olivenhaine, Gemüsegärten und Obstplantagen unter Druck. Bereits treten Oliven- und Fruchtfallereignisse auf, und in nicht bewässerten Gebieten könnten die Verluste bis zu 20-30 % der Produktion betragen. Viele Betriebe greifen auf außergewöhnliche Bewässerungs- und Abmilderungstechniken zurück, was die Kosten erheblich erhöht.“  

Zentralitalien: Hitze hinterlässt Spuren

„In der Toskana wird ein Ertragsverlust von etwa 20 % verzeichnet, vor allem durch Schäden an oder Verbrennungen horticultureller Kulturen in den südlichen und küstennahen Gebieten. Die Weinlese ist frühzeitig, und die Blüte der Kastanien ist beeinträchtigt.“  

„Die Lage ist in Süditalien derzeit noch besser unter Kontrolle, wenngleich auch hier lokale kritische Situationen bestehen.“  

„In Sizilien schädigt die Rekordhitze insbesondere horticulturelle Kulturen – erste Schäden wurden bereits bei Wassermelonen im Raum Trapani gemeldet, auch Oliven- und Zitrusbäume leiden.“ 

„In Kalabrien sind bislang keine großflächigen Schäden verzeichnet, da ausreichend Wasser in bewässerten Gebieten vorhanden ist. Erste Anzeichen von Fruchtfall bei Oliven- und Zitrusbäumen wurden jedoch beobachtet.“  
 

Quelle: Coldiretti

 

Veröffentlichungsdatum: 16.07.2026

Schlagwörter

Coldiretti, Italien, Landwirtschaft, Hitze