Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Studie - GAP-Pläne gefährden Ökolandbau "Bundesregierung muss sich gegenüber Brüssel stark machen”

21. Mai 2026

Angesichts der veröffentlichten Studie der Agrarökonomen Alfons Balmann und Sebastian Lakner zu den Auswirkungen der Vorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik fordert der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft Bund und Länder dazu auf, sich gegenüber der EU-Kommission für einheitliche Agrar-Umweltstandards in der EU ab 2028 einzusetzen sowie auf die einheitliche nationale Kofinanzierung von Agrar-Umweltmaßnahmen zu drängen. 

Allein der Freistaat Sachsen müsste laut Studie über die siebenjährige Förderperiode rund 240 Millionen Euro mehr aufbringen als bisher, um bestehende Umweltmaßnahmen fortzusetzen.  


Foto © BÖLW / Maurice Weiss

Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand beim Bio-Spitzenverband, kommentiert:  

„Umweltschutz-, Klima- und Biodiversitätsmaßnahmen sind in Gefahr, wenn Bund und Länder deutlich mehr Geld als bisher für die Kofinanzierung der EU-Agrar-Mittel aufbringen müssen. 

Im Fall Sachsen bräuchte es doppelt soviel nationale Mittel wie heute für die bisherigen Maßnahmen, weil die EU ihren Anteil von heute 84 Prozent auf künftig 58 Prozent absenken will. 

Für Sachsen stellt sich damit die Frage, wie es den Ökolandbau, der heute 10,3 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche beträgt, weiterentwickeln kann.  

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen erschüttert damit das Vertrauen von Bäuerinnen und Bauern in sein Versprechen, den Ökolandbau als Leitbild für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu fördern und seinen Anteil zu erhöhen. 

Er erschüttert aber auch das Vertrauen der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, dass ihr Geld dem Klima-, Arten- und Gewässerschutz zugute kommen wird. Die Aussage der EU, dass 43 Prozent des Budgets der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Umwelt nutze, lösen die Pläne in keinster Weise ein.   

Deutschland ist EU-Nettozahler. Über höhere Kofinanzierungsanteile versucht die EU-Kommission offenbar, Bund und Länder über Gebühr zu Kasse zu bitten – auf Kosten von Umwelt und Klima. 

Das darf nicht passieren! Die Bundesregierung muss sich diesen Plänen jetzt energisch widersetzen. Der BÖLW schließt sich der Empfehlung der Studienautoren an, die Kofinanzierung bei allen EU-Mitteln für die Landwirtschaft sowie für die ländlichen Räume gleich hoch anzusetzen. 

Alles andere führt zu Wettbewerbsverzerrungen zu Ungunsten nachhaltig wirtschaftender Betriebe und schwächt unsere Agrarlandschaften.” 

Hintergrund:

Studie zu Auswirkungen des GAP-Reformvorschlags auf Sachsen 


Quelle: BÖLW

Veröffentlichungsdatum: 21.05.2026

Schlagwörter

BÖLW, Bundesregierung, Brüssel, Studie, GAP-Pläne gefährden Ökolandbau