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Bundesfachgruppe Obstbau: Erdbeersaison - Der Handel feiert, die Obstbauern bangen

21. Mai 2026

Zum Tag der deutschen Erdbeere kritisiert die Bundesfachgruppe Obstbau den Discounter Netto für aggressive Dumpingpreise. Der 24. Mai ist der Tag der deutschen Erdbeere. „Eigentlich ein Grund zum Feiern. Für viele heimische Erzeuger ist er in diesem Jahr vor allem aber eines: bitter.“


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Der Discounter Netto wirbt derzeit mit 500-Gramm-Schalen für 2,49 Euro. Ein Preis, der nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die tatsächlichen Produktionskosten deutscher Erdbeerbauern nicht einmal annähernd deckt. Andere Händler ziehen nach.“ 

Ein Wettlauf nach unten hat begonnen. „Völlig unverantwortlich", kritisiert Claus Schliecker, Vorsitzender der Bundesfach-gruppe Obstbau. 

Die Ernte sei wegen des kühlen Frühjahrs ohnehin verzögert. Das Angebot knapp. „Und ausgerechnet jetzt, vor dem Pfingstwochenende, wo die Nachfrage traditionell auf ihrem Höhepunkt ist, drückt der Handel die Preise in den Keller.“

„Der Grund für die engen Margen der Erdbeerbetriebe: Die Früchte gehören zu den arbeitsintensivsten Produkten überhaupt. Ernte, Pflege, Sortierung - alles Handarbeit. Der gesetzliche Mindestlohn hat sich in zehn Jahren nahezu verdoppelt. Die Kosten sind entsprechend gestiegen. Die Preise aber leider nicht.“

Deutschland importiert deshalb schon heute immer mehr Erdbeeren, vor allem aus Spanien. „Der Selbstversorgungsgrad sinkt seit Jahren. Wer diesen Trend beschleunigt, sind nicht die Bauern.“

„Wer regionale Erdbeeren will, muss akzeptieren, dass faire Löhne und hohe Umweltstandards ihren Preis haben", stellt Claus Schliecker klar. 

Die Bundesfachgruppe fordert den Handel deshalb auf: „Keine Erdbeeren als Lockvogel. Nicht jetzt. Nicht dauerhaft.“

 

Veröffentlichungsdatum: 21.05.2026

Schlagwörter

Bundesfachgruppe Obstbau kritisiert, Erdbeersaison, Dumpingpreise