BMLEH: Bundesminister Rainer berichtet über Folgen der Dürre
Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit auf die Land- und Forstwirtschaft in Deutschland hat der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, im Bundeskabinett über die aktuelle Lage berichtet und einen Zwischenstand zur Dürre vorgestellt.
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Dazu sagt Bundesminister Alois Rainer: "Die anhaltende Trockenheit entwickelt sich zu einer ernsthaften Belastung für unsere Land- und Forstwirtschaft.
Die Auswirkungen können regional unterschiedlich sein und reichen von Ertragseinbußen über Belastungen für Grünland, Futter- und Wasserversorgung und Tierhaltung bis hin zu erhöhten Risiken für Waldbrände, Schädlingsbefall und Waldgesundheit.
Ich habe mir in den vergangenen Wochen in verschiedenen Regionen Deutschlands selbst ein Bild der Lage gemacht und mit zahlreichen Landwirtinnen und Landwirten gesprochen.
Die Ängste in den Betrieben sind erheblich. Viele blicken mit großer Sorge auf die kommenden Wochen.
Hinter den ausgetrockneten Feldern stehen Familien, die um ihre Ernte, ihre Einkommen und teilweise um die Zukunft ihres Betriebes bangen.
Besonders ernst ist die Lage in der Tierhaltung. Wenn Grünland und Futtererträge zurückgehen, Futter teuer zugekauft werden muss und Höfe perspektivisch gezwungen sein könnten, Tierbestände zu reduzieren, betrifft das die Substanz unserer Landwirtschaft.
In einzelnen Regionen führt die anhaltende Trockenheit bereits jetzt zu erheblichen Engpässen bei der Futterversorgung.
Wir lassen die betroffenen Betriebe mit ihren Sorgen nicht allein.
Die Lockerung des Sonntagsfahrverbots für LKW in vielen Bundesländern hilft der Landwirtschaft und der Agrarlogistik. Das war ein wichtiger und pragmatischer Schritt.
Das tatsächliche Ausmaß der Schäden werden wir erst mit dem Erntebericht Ende August belastbar bewerten können.
Die bisherigen Entwicklungen geben aber bereits Anlass, uns auf eine weitere Verschärfung vorzubereiten.
Sollte sich eine außergewöhnliche, länderübergreifende Schadenslage bestätigen und die Voraussetzungen für ein Schadensereignis von nationalem Ausmaß festgestellt werden, können die notwendigen Hilfsmaßnahmen gemeinsam mit den Ländern auf den Weg gebracht werden."
Das BMLEH beobachtet die nationale und internationale Witterungslage engmaschig und steht hierzu im engen Austausch mit Ländern, Ressortforschungseinrichtungen und dem Deutschen Wetterdienst.
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Zudem unterstützt das BMLEH die Land- und Forstwirtschaft weiterhin dabei, angesichts zunehmender Wetterextreme widerstandsfähiger zu werden – etwa durch:
- Förderprojekte zur Anpassung an Trockenheit
- Förderprojekte zum Einsatz von innovativen, wassersparenden Bewässerungskonzepten
- Förderung von Züchtungsforschung für trocken- und stressresistente Sorten
- Monitoring und Bereitstellung von Informationen über das Dürre-Wissensportal des BMLEH
- Unterstützung kommunaler und privater Waldbesitzer bei Anpassung der Wälder und Wiederbewaldung nach Schadereignissen
Gleichzeitig arbeitet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) an weiteren Handlungsoptionen.
Die aktuelle Dürrelage unterstreicht die Bedeutung einer wirksamen Risikovorsorge.
Mehrgefahrenversicherungen können landwirtschaftliche Betriebe gegen finanzielle Schäden durch Wetterextreme wie Trockenheit absichern.
Der Bund unterstützt ihre Inanspruchnahme bereits mit einem ermäßigten Versicherungssteuersatz.
Die Länder können Mehrgefahrenversicherungen zudem im Rahmen der GAP fördern.
Diese Möglichkeit wird bereits von neun Ländern genutzt und steht allen Ländern offen.
Die zunehmenden Wetterextreme zeigen, wie wichtig diese Vorsorge künftig sein wird.
Deshalb wird Bundesminister Rainer mit den Ländern darüber sprechen, wie die Mehrgefahrenversicherung künftig über die GAK finanziert und bei der Mittelverteilung entsprechend berücksichtigt werden kann.
Hintergrund:
Für Hilfsmaßnahmen bei Extremwetterereignissen wie Trockenheit sind nach verfassungsrechtlicher Kompetenzverteilung die Länder zuständig.
Voraussetzung für eine Beteiligung des Bundes ist die Einstufung des Schadensereignisses als „Ereignis von nationalem Ausmaß“.
Maßgeblich ist hierbei die Gesamtbewertung der Schäden und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen.
Eine Bilanz der Schäden kann erst nach der Ernte gezogen werden.
Zahlen zu den Ernteeinbußen werden Ende August vorliegen, wenn das BMLEH seinen jährlichen Erntebericht veröffentlicht.
Quelle: BMLEH
Veröffentlichungsdatum: 13.08.2026
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