Bühnentalk PotatoEurope: Schilf-Glasflügelzikade bestimmt weiter die Diskussionen
Die mit dem Auftreten der Schilf-Glasflügelzikade verbundenen Herausforderungen standen im Mittelpunkt einer Diskussion von Vertretern der Kartoffel- und Zuckerwirtschaft auf der ExpertStage der PotatoEurope, die von der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA e.V.) mitorganisiert wurde.
Der einstündige Bühnentalk fand mit mehr als 80 Teilnehmern großen Anklang.

Bühnentalk „SBR/Stolbur – – branchenübergreifend handeln und Ernten sichern“. (Foto © UNIKA)
Gelobt wurde das schnelle Handeln von Politik und Behörden im vergangenen aber auch in diesem Jahr. Rasch ist hier erkannt worden, dass die Situation hinsichtlich des rasanten Auftretens der Schilf-Glasflügelzikade außergewöhnlich ist, was auch der Vertreter des Julius Kühn-Institutes bestätigt.
Die Wirtschaftsvertreter sind sich einig, dass schnelles Handeln auch der Maßstab für die Zukunft sein muss, denn der Schaderreger breitet sich weiter aus.
In diesem Jahr flog die Schilf-Glasflügelzikade früher und länger, was ursächlich unter anderem mit den Witterungsbedingungen zu tun hat.
Zwingend erforderlich sind daher rasche Investitionen in praxisnahe Forschung und eine kritische Überprüfung der Pflanzenschutzmittelzulassung.
„Ein integrierter Bekämpfungsansatz ist zwingend erforderlich, um bei der Eindämmung der Schilf-Glasflügelzikade Schritt für Schritt weiterzukommen“, so das Fazit von Dr. Karsten Buhr, EUROPLANT Innovation Gmbh, anlässlich des gut besuchten Bühnentalks „SBR/Stolbur – branchenübergreifend handeln und Ernten sichern“ auf der PotatoEurope 2026 in Springe.
Zu den Maßnahmen gehören u.a. eine angepasste Fruchtfolge, die Bodenbearbeitung, pflanzenbauliche Maßnahmen, aber auch die Sortenwahl und am Ende auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – all das abgestimmt auf die betriebliche Situation und bei den Pflanzenschutzmaßnahmen entsprechend der behördlichen Vorgaben.
„Wir haben auf unserem Betrieb in Sachsen-Anhalt mal erfolgreich 250 ha Kartoffeln angebaut, das zunehmende Auftreten des Schaderregers hat in jüngster Zeit allerdings zu einer Reduzierung des Anbaus auf 100 ha geführt“, stellt Sven Borchert, Landwirt, die Situation auf seinem Betrieb dar.
Das führt nicht nur zu finanziellen Einbußen, sondern wir verlieren auch ein wertvolles Fruchtfolgeglied, so Borchert weiter.

„Ein echter Fortschritt in der Eindämmung gelingt nur durch fruchtartenübergreifendes Handeln verschiedener Akteuren.“
Veröffentlichungsdatum: 11.09.2026

