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Berliner Agrarministerkonferenz: 71 Ressortchefs beschließen Abschlusskommuniqué

20. Januar 2020

71 Agrarminister haben sich bei der 12. Berliner Agrarministerkonferenz beim Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) auf ein ambitioniertes Abschlusskommuniqué geeinigt. Bundesministerin Klöckner begrüßte am 18 Januar 2020 71 Amtskollegen aus aller Welt sowie Vertreter von zwölf internationalen Organisationen - zur Agrarministerkonferenz im Rahmen des GFFA des Ministeriums.

Foto © BMEL/photothek.net
GFFA 2020. Foto © BMEL/photothek.net

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner: "Beschlüsse sind ein starkes Zeichen für einen regel- und wertebasierten Freihandel."

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte: "Internationaler Handel bekämpft Hunger, schont Ressourcen, kann maßgeblich zu Stabilität und Frieden beitragen!" Ohne Handel werde es keine Sicherung der Welternährung geben, weil sich einige Staaten nicht selbst versorgen könnten. Klöckner ergänzte: "Damit das gelingt, müssen wir den Handel ausbauen, uns gemeinsam dafür einsetzen, dass die besonderen Anliegen der Landwirtschaft berücksichtigt werden." Landwirte müssten Gewinner des Handels sein, auch die Kleinbauern. Dazu gehörten Fairness und Transparenz. Die Ministerin sagte: "Wir müssen dafür sorgen, dass alle profitieren, nicht nur einige wenige, damit alle Zugang zu Lebensmitteln erhalten." Globaler Handel brauche globale Regeln und verlässliche, wertebasierte Standards. Mit Blick auf das Global Forum for Food and Agriculture sagte sie: "Deshalb ist es wichtig, dass wir uns beim GFFA darüber austauschen. Nirgendwo sonst kommen so viele Agrarminister aus so vielen Staaten der Welt zusammen, es ist eine einmalige Plattform."

Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Agrarministerkonferenz 2020. Foto © BMEL/photothek.net
Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Agrarministerkonferenz 2020. Foto © BMEL/photothek.net

Berliner Agrarministerkonferenz will den regelbasierten Freihandel stärken

Abschlusskommuniqué nennt ambitionierte Ziele. In ihrem Abschlusskommuniqué verständigten sich die Agrarministerkonferenz unter anderem auf folgende Ziele:
 

  • Globale Regeln für den globalen Markt, Stärkung der WTO, bilaterale Freihandelsabkommen als Beitrag zur Öffnung der Märkte, Abbau marktverzerrender Stützungsmaßnahmen.
  • Lokale, regionale und globale Wertschöpfungsketten sollen vorangetrieben, der Agrarhandel gefördert werden. Wohlstandsgewinne sollen dabei gleichermaßen allen Ländern und allen sozialen Schichten zugutekommen.
  • Förderung technischer und organisatorischer Innovationen, zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung, um die Effizienz zu erhöhen und die Agrar- und Ernährungswirtschaft auch für eine neue Generation von Landwirtinnen und Landwirte attraktiv zu machen.
  • Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sollen durch Kleinkredite unterstützt, unter anderem durch die Förderung von Genossenschaften stärker in die Märkte eingebunden werden.
  • Frauen müssen mehr Rechte und leichteren Zugang zu den Märkten erhalten, um die Armut vieler Familien effektiv zu bekämpfen.
  • Kein Verzicht auf Umweltmaßnahmen, Einhaltung der internationalen Klimaabkommen.
  • Einführung globaler Standards für nachhaltige Landwirtschaft.


Internationaler Digitalrat wird eingerichtet

Ein wichtiger Schritt nach vorne konnte bei der Agrarministerkonferenz auch im Bereich der Digitalisierung erreicht werden. Dieses Thema hatten die Minister im vergangenen Jahr diskutiert und die Welternährungsorganisation FAO, um die Erarbeitung eines Konzepts zur Einrichtung eines Internationalen Digitalrats gebeten. Dieses wurde bei der Konferenz 2020 diskutiert und unterstützt. Die FAO erhält damit den Auftrag zur Umsetzung. Der Digitalrat soll die Staaten in Fragen der Digitalisierung beraten und den Austausch von Ideen und Erfahrungen vorantreiben. Bundesministerin Klöckner sagte; "Der Beschluss zur Einsetzung eines Internationales Digitalrats ist ein Meilenstein. Weltweit bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, Ertragssicherung und Ressourcenschutz zusammenzubringen, die ländlichen Räume zu stärken und damit auch Fluchtursachen zu bekämpfen. Mit dem Rat wollen wir die so genannte digitale Kluft zu verringern und den Zugang zu digitalen Technologien verbessern – auch für kleine Bauernfamilien auf der ganzen Welt."

Grenzüberschreitend zusammenarbeiten

Das Berliner Agrarministertreffen gilt als das politische Glanzlicht des GFFA. An drei Tagen waren beim GFFA 2.000 hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammengekommen. Sie tauschten sich bei der internationalen Konferenz zu den zentralen Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft aus. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Feiler, hatte die Konferenz am 16. Januar eröffnet.

Unter dem Titel "Nahrung für alle! Handel für eine sichere, vielfältige und nachhaltige Ernährung." ging es bei den Fachveranstaltungen des GFFA um die Rolle des Handels für die Sicherung der Welternährung und die Umsetzung des Menschenrechts auf angemessene Nahrung.

Weltweit führende Konferenz

Das GFFA ist die weltweit führende internationale Konferenz zu zentralen Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft. Sie findet seit 2009 jährlich unter dem Leitthema der Ernährungssicherung zu Beginn der Internationalen Grünen Woche in Berlin statt. Die Agrarministerkonferenz mit etwa 70 teilnehmenden Ministerinnen und Ministern bildet das politische Glanzlicht. Organisiert und geleitet wird das Forum vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Kooperation mit dem Senat von Berlin, der Messe Berlin GmbH und dem GFFA Berlin e. V.

Quelle: BMEL

Veröffentlichungsdatum: 20.01.2020

Schlagwörter

Berliner Agrarministerkonferenz, Ressortchefs, Abschlusskommuniqué, Global Forum for Food and Agriculture, GFFA