„Medien verbreiten den Bericht ohne Überprüfung“ Belgische Regierungsbehörde FÖD Volksgesundheit kritisch zur PAN-Studie über "giftige" Äpfel
„85 Prozent der Äpfel enthalten einen Cocktail aus Pflanzenschutzmitteln.“ Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Pesticide Action Network (PAN) Europe. Die Botschaft wurde am Freitagmorgen auf verschiedenen Nachrichtenwebsites weit verbreitet, berichtet das Flämisches Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).

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Wird die europäische Bevölkerung wie Schneewittchen vergiftet, oder sind die Schlussfolgerungen übertrieben? Maarten Trybou, Leiter der Abteilung für Pflanzenschutzmittel und Düngemittel beim FÖD Volksgesundheit, bedauert, dass die Botschaft von PAN von verschiedenen Medien unkritisch übernommen wurde.
"Panikmache" – so reagierte Maarten Trybou auf den Bericht von PAN Europe. Die NGO warnt vor dem Vorhandensein von Pestiziden auf Apfelschalen und dem sogenannten "Cocktaileffekt". Dabei handelt es sich um schädliche Effekte, die nach Ansicht von PAN bei der Kombination verschiedener Substanzen auftreten können.
Trybou findet das Vorhandensein von Pestizidrückständen auf Apfelschalen weder überraschend noch alarmierend.
„PANs ständige Botschaft ist, dass das Vorhandensein von Pestiziden an sich problematisch sei. Aber was wirklich zählt, ist das Risiko für die Verbraucher. Hierbei geht es um zugelassene Substanzen, und wir erwarten, dass diese vorhanden sind. Solange sie unter den gesundheitlichen Grenzwerten liegen, besteht kein Grund zur Sorge.“
"PANs Botschaft richtet mehr Schaden an, als sie nützt"
Für Produkte, die zum Verzehr verkauft werden, gilt ein Höchstgehaltswert für Rückstände (MRL). Das ist die maximale Menge, die auf einem Stück Obst vorhanden sein darf. Laut Trybou liegen diese Werte weit unter schädlichen Konzentrationen.
„Unsere Sicherheitsstandards sind sehr, sehr hoch“, sagt Trybou. „Deshalb kann ich den Ratschlag, Äpfel zu schälen, nur schwer nachvollziehen. Dadurch werden die nährstoffreichsten Teile entfernt. Die meisten Vitamine befinden sich direkt unter der Schale. Ihre Botschaft richtet mehr Schaden an, als sie Nutzen bringt.“
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 02.02.2026

